Australien

Abschied von Bangkok mit Curry, Chauffeur und letzten Stunden am Fluss

Unser letzter Urlaubstag beginnt noch einmal ganz entspannt. Wir frühstücken heute etwas später und lassen uns beim fantastischen Buffet besonders viel Zeit.

Eigentlich glauben wir ja, das Frühstück könne kaum noch besser werden – doch heute erlebt es noch eine kleine Steigerung. Als ich an den warmen Theken nach einem der Currys Ausschau halte, werde ich zunächst etwas stutzig. Dass heute kein Green Curry auf dem Buffet steht, überrascht mich nicht – das gab es ja gestern erst, und die warmen Gerichte wechseln täglich. Aber dass heute überhaupt kein Curry dabei ist, erstaunt mich dann doch ein wenig. Stattdessen stehen dort nur andere (natürlich ebenfalls superleckere) warme Gerichte.

Also frage ich einen der Mitarbeiter, der uns jeden Morgen mit besonders freundlichem Lächeln begrüßt. Er erklärt mir, dass es heute tatsächlich kein Curry gibt – morgen aber wieder.

„Schade“, sage ich, „morgen sind wir leider nicht mehr da. Wir fliegen heute nach Hause.“

Daraufhin meint er nur mit einem verschwörerischen Lächeln, er würde mir ein Special machen – nur für heute, nur für mich. Eigentlich möchte ich das gar nicht, denn das Angebot am Buffet ist ja ohnehin riesig. Aber er besteht darauf und bittet mich, mir einfach eines auszusuchen.

Also entscheide ich mich noch einmal für meinen Favoriten – das grüne. Und wenig später bringt er mir tatsächlich eine frisch zubereitete Portion an den Tisch. Soooo lieb. 🥰

Nach diesem letzten ausgiebigen Frühstück geht es zurück aufs Zimmer zum Kofferpacken. Das erweist sich als gar nicht so einfach, denn über die letzten Tage hat sich doch einiges angesammelt, das nun irgendwie im Gepäck verstaut werden will. Zum Glück sind die Gepäckbestimmungen bei Lufthansa recht großzügig.

Wir checken aus, deponieren unsere Koffer an der Rezeption und begleichen die Rechnung. Mit dem 11:00-Uhr-Boot fahren wir noch einmal hinüber zum Sathorn Pier. So richtig wissen wir zwar noch gar nicht, was wir dort eigentlich machen wollen – innerlich sind wir irgendwie schon ein wenig auf Heimflug eingestellt. Aber ein paar Stunden Bangkok nehmen wir natürlich trotzdem noch mit und lassen uns treiben.


Am Pier fragen wir einen Mann in Uniform, wann das nächste Boot zum ICONSIAM fährt. Er erklärt uns daraufhin, dass heute viele Tempel und Einkaufszentren bis 13:00 Uhr geschlossen sind – es findet eine Gedenkzeremonie für die Königinmutter statt.

Stattdessen empfiehlt er uns kurzerhand eine Maßschneiderei und einen Souvenirshop – und organisiert direkt einen Tuk-Tuk-Fahrer dazu. Für 60 Baht pro Stunde fährt dieser uns herum und wartet überall auf uns. Sozusagen unser ganz privater Tuk-Tuk-Chauffeur auf Zeit.

Der Preis ist kaum zu toppen – vor allem wenn wir daran denken, was sonst so für Tuk-Tuk-Fahrten verlangt wird.

In der Schneiderei wird Andreas tatsächlich fündig und bestellt gleich drei maßgeschneiderte Leinenhemden, die angeblich noch heute bis 18:00 Uhr ins Hotel geliefert werden sollen. Wir sind gespannt – immerhin kommt unser Shuttle zum Flughafen nur zwei Stunden später.

Auch im Souvenirshop werden wir noch einmal fündig, bevor uns unser Fahrer zurück zum Pier bringt. Kurz überlegen wir noch, ob wir zur Khao San Road fahren sollen, aber das scheint ihm dann doch etwas zu weit zu sein – also lassen wir das kurzerhand bleiben.

Stattdessen probieren wir noch eine Empfehlung von Michelle und gehen zu Prachak Roasted Duck. Roasted Duck und Crispy Pork – und beides wirklich richtig lecker.

Zurück am Pier haben wir noch etwas Zeit, und ich nutze die Gelegenheit spontan für eine ausgiebige Fußmassage. Im Hotel kostet so etwas ungefähr das Zehnfache – und ganz ehrlich: im Nachhinein kann ich nicht sagen, dass der Unterschied wirklich so groß ist. Ich bin jedenfalls auch mit der günstigen Variante hier in der Stadt mehr als zufrieden.

Währenddessen nutzt Andreas die Stunde ganz entspannt für ein Bierchen im Food Court.


Anschließend fahren wir zurück ins Anantara Riverside Bangkok Resort, wo wir den Nachmittag noch einmal am Pool verbringen. Sehr angenehm, dass wir auch nach dem Check-out weiterhin alle Hotelangebote nutzen können.

Bis 18:30 Uhr genießen wir die letzten Stunden dort, dann ziehen wir weiter zur Longtail Bar am Fluss. Mit einem letzten Cocktail lassen wir den Blick noch einmal über den Chao Phraya schweifen – ein schöner, ruhiger Abschied von Bangkok.

Kurz bevor wir uns auf den Weg machen müssen, werden tatsächlich noch die maßgeschneiderten Hemden im Hotel geliefert – auf den letzten Drücker, aber genau rechtzeitig, bevor unser Chauffeur uns zur Fahrt zum Flughafen abholt. Es hat also tatsächlich alles wie versprochen funktioniert.


Gegen 20:00 Uhr kommt unser Fahrer von Hua Hin Cab und bringt uns in etwa einer Stunde zum Flughafen. Dort erwartet uns erst einmal das komplette Gegenteil von Ruhe: lange Schlangen, viel Betrieb und Hinweise auf überbuchte Flüge. Wer möchte, kann für 600 Euro plus Hotel noch eine Nacht länger bleiben und morgen fliegen.

Die angespannte Lage rund um die Golfregion – Stichwort Iran-Konflikt – sorgt aktuell für zahlreiche Flugausfälle und Umleitungen, was hier deutlich spürbar ist.

Wir verzichten dankend. Zu Hause haben sich in den letzten drei Monaten doch einige Termine angesammelt – und ein bisschen freuen wir uns inzwischen auch wieder auf die Heimkehr.

Dank Business Class umgehen wir die langen Schlangen bei der Gepäckabgabe und sitzen schon nach etwa 45 Minuten in der SilverKris Lounge.

Allerdings stellen wir schnell fest: Das hier ist eher die „kompakte Version“ der Lounge von Singapore Airlines – kein Vergleich zu der in Singapur. Aber egal, wir haben ohnehin nur eine halbe Stunde, bevor wir uns auf den Weg zum Terminalzug machen.

Das Boarding startet pünktlich, und gegen 23:30 Uhr heben wir Richtung Heimat ab.

Nach einem Aperitif folgt auch hier wieder ein dreigängiges Abendessen: Andreas entscheidet sich bei der Vorspeise für geräucherte Entenbrust mit Spargel-Orangensalat, ich nehme gebratenen Thunfisch – beides wirklich sehr lecker.

Beim Hauptgang greifen wir beide zum gegrillten Lachs mit Pak Choi und Riceberry-Reis, der uns allerdings etwas zu trocken geraten ist.

Danach fallen wir recht schnell ins Land der Träume.


Wir landen überpünktlich in München und sind nach einer letzten Etappe mit S-Bahn und Deutsche Bahn gegen 9:30 Uhr wieder zurück in Leutkirch.

Und damit geht eine lange, erlebnisreiche Reise zu Ende.

Und während wir zurück in den Alltag reisen, nehmen wir vor allem eines mit: unzählige Erinnerungen an drei Monate voller Eindrücke, kleiner Abenteuer und genau der Momente, die eine Reise unvergesslich machen.