Australien

Lotusblüten, Tempelstufen und Chinatown – Streifzug durch Bangkok

Heute starten wir wieder ganz entspannt in den Tag. Wie so oft sitzen wir beim fantastischen Frühstücksbuffet, genießen in aller Ruhe die große Auswahl und lassen uns Zeit. Danach geht es mit dem 9:00-Uhr-Shuttleboot zum Sathorn Pier.

Von dort steigen wir in das nächste Boot und fahren bis zur Station N7, von wo aus wir unseren Spaziergang durch die Stadt beginnen.

Unser erster Stopp ist der Pak Khlong Talat, der große Frischblumenmarkt von Bangkok. Schon von weitem sehen wir Berge von Blumen in allen Farben. Hier gibt es wirklich alles: frische Schnittblumen, künstliche Arrangements, kunstvoll geflochtene Blumengirlanden und natürlich jede Menge Lotusblüten.

Viele Käufer falten die Blütenblätter der Lotusblumen mit erstaunlicher Fingerfertigkeit in eine dekorative Form, bevor sie später als Opfergabe in einem Tempel abgelegt werden.

Zwischen all den Ständen wirkt das Angebot fast überwältigend – ein regelrechtes Blumenmeer. Wir fragen uns unwillkürlich, wer bei so viel Konkurrenz auf so engem Raum eigentlich all diese Blumen kaufen soll.


Auf dem Weg Richtung Little India kommen wir anschließend am Wat Ratchaburana Ratchaworawihan vorbei. Der Tempel stammt ursprünglich aus der Ayutthaya-Zeit und gehört zu den älteren Tempelanlagen der Stadt. Besonders auffällig ist der hohe, schlanke Prang-Turm, der typisch für viele Tempel dieser Epoche ist. Im Vergleich zu den großen Tempeln, die wir in den letzten Tagen gesehen haben, wirkt dieser hier deutlich ruhiger und weniger überlaufen.


Wenig später erreichen wir Little India, das Viertel Phahurat.

Mit einem Schlag verändern sich Gerüche und Auslagen in den Läden: Statt Souvenirs und Streetfood gibt es jetzt vor allem Stoffe, Saris, Schmuck und Bekleidung. Auch hier reihen sich unzählige Geschäfte aneinander – und wieder fragen wir uns, wie eigentlich jeder einzelne Laden hier genügend Kundschaft findet, wenn doch scheinbar alle das Gleiche verkaufen.


Mitten in diesem Viertel stoßen wir plötzlich auf ein Gebäude, das so gar nicht nach buddhistischem oder hinduistischem Tempel aussieht: die Gurdwara Sri Guru Singh Sabha.

Es handelt sich um den größten Sikh-Tempel in Thailand und das religiöse Zentrum der Sikh-Gemeinschaft in Bangkok. Der Tempel erstreckt sich über mehrere Stockwerke und ist von einer goldenen Kuppel gekrönt. Bevor wir eintreten dürfen, ziehen wir – wie alle Besucher – die Schuhe aus und bedecken unsere Haare mit einem Tuch.

Drinnen setzen wir uns eine Weile still dazu und beobachten das Geschehen. Vorne spricht ein Vorsteher zu den Anwesenden, während auf Bildschirmen Übersetzungen in mehrere Sprachen eingeblendet werden. Menschen kommen und gehen, einige sitzen andächtig, andere lauschen nur kurz. Wir verstehen zwar nicht genau, was gesagt wird, aber die Atmosphäre wirkt offen und sehr einladend.


Während wir weiter durch die engen Straßen von Little India laufen, fällt uns wieder einmal etwas auf, das uns in Bangkok inzwischen regelmäßig staunen lässt: die Mopeds. Fahrer quetschen sich durch Gassen, die für uns eher nach Fußweg aussehen – zwischen Marktständen, Passanten und Verkaufswagen hindurch. Manchmal wirkt es fast wie ein Wunder, dass hier überhaupt jemand unfallfrei durchkommt.


Als nächstes steht der Wat Saket auf dem Programm, besser bekannt als der Golden Mount. Dieser Tempel ist ganz anders aufgebaut als die meisten anderen Anlagen der Stadt. Auf einem künstlich aufgeschütteten Hügel führt eine spiralförmige Treppe mit 344 Stufen nach oben.

Immer wieder passieren wir unterwegs kleine Wasserfälle, zahlreiche Buddha-Figuren und liebevoll gestaltete Details, die den Weg nach oben fast ein wenig wie einen Spaziergang durch einen verwunschenen Garten wirken lassen.

Außerdem führt der Weg vorbei an kleinen und großen Glocken, die Besucher unterwegs läuten können – ein leises, stetiges Klingeln begleitet uns auf dem Aufstieg.

Oben angekommen wartet ein goldener Chedi und ein schöner Blick über die Dächer Bangkoks. Hier sind deutlich mehr Touristen unterwegs als an vielen unserer bisherigen Stationen – offenbar gehört der Golden Mount zu den bekannteren Highlights der Stadt.

Von hier nehmen wir schließlich ein Grab zurück zum Sathorn Pier. Die Tuk-Tuk-Fahrer rufen teilweise Preise auf, die locker das Vierfache kosten würden, also verzichten wir diesmal auf Verhandlungen.

Die Fahrt zieht sich etwas durch den Verkehr, und wir stehen mehrmals im Stau. Trotzdem erreichen wir den Pier genau in dem Moment, als das 13:15-Uhr-Boot unseres Hotels anlegt – perfektes Timing.

Zurück im Hotel gönnen wir uns erst einmal eine entspannte Runde am Pool.


Gegen 17:00 Uhr brechen wir noch einmal auf. Per Grab fahren wir Richtung Chinatown bis zum Wat Chai Chana Songkhram. Als wir dort ankommen, findet gerade ein lautstarkes Gebet statt, sodass wir uns den Tempel nur kurz von außen anschauen können.

Danach tauchen wir noch einmal in die Straßen von Chinatown ein und laufen durch den berühmten Sampeng Lane Market.

Am Abend herrscht hier eine ganz besondere Stimmung: rote Lampions und Neonlichter blinken über den Straßen, aus allen Richtungen steigen Essensdüfte auf, und zwischen Street-Food-Ständen, Händlern und Besuchern herrscht ein dichtes Gewusel. Laut, bunt und ziemlich chaotisch. Es ist spannend, das einmal zu erleben – aber wir merken auch schnell, dass wir uns hier nicht unbedingt stundenlang aufhalten müssen. Einmal durchlaufen reicht uns vollkommen.

Zwischendurch gönnen wir uns noch einen sehr leckeren Smoothie bei Tikky Smoothie, bevor wir den Abend in der River Vibe Restaurant & Bar ausklingen lassen – ein Tipp unseres Guides Artty.

Mit einem Cocktail in der Hand genießen wir von der Terrasse aus noch einmal den Blick auf den Chao Phraya. Dazu bestellen wir ein Panang-Curry, während langsam die Lichter der Stadt angehen.

Spät am Abend nehmen wir schließlich noch einmal einen Grab zurück zum Hotel. Der Tag war lang – und so fallen wir dort ziemlich direkt ins Bett.