Australien
Sydney: Vom Meer bis zur Brückenspitze
Obwohl wir erst nach 2:00 Uhr nachts ins Bett gefallen sind, sind wir überraschend früh wieder munter. Gegen acht sitzen wir schon beim Müsli-Frühstück, und eine Stunde später sind wir unterwegs. Das neue Jahr begrüßt uns mit Regen. Nicht ganz das, was wir uns für heute gewünscht haben, aber hilft ja nichts – Regenschirm auf und los.
Mit der Metro und einem kleinen Fußmarsch kommen wir zum Circular Quay. Von dort nehmen wir die Fähre nach Watson Bay. Die Hoffnung auf eine gigantische Aussicht, die man auf dieser Strecke haben soll, wird vom grauen Himmel allerdings sofort begraben. Immerhin: Der Regen hört auf.
Nach etwa einer halben Stunde kommen wir an und starten zu einem kleinen Hike durch den Gap Park und auf dem Coastal Cliff Walk.
Es geht durch dichtes, sehr grünes und sehr ursprüngliches Gelände. Über unseren Köpfen kreischen Kakadus, und wir kommen an allerlei spannenden, knorrigen Bäumen vorbei.
Wir laufen bis zur Macquarie Lightstation, Australiens erstem Leuchtturm und dem ältesten noch in Betrieb befindlichen Navigationslicht des Landes.
Von hier drehen wir wieder um. Die Küste entschädigt für die mangelnde Fernsicht: steile Klippen, tosende Brandung, das Meer, das mit voller Wucht gegen den Fels schlägt.
Besonders eindrucksvoll ist „The Gap“. Die schroffe Steilküste wirkt gleichzeitig majestätisch und bedrohlich.
Kein Wunder, dass hier im 19. Jahrhundert das Schiff Dunbar nur wenige hundert Meter vor der Küste sank. Fast alle Menschen an Bord kamen ums Leben, weil es an dieser Stelle praktisch unmöglich ist, aus dem aufgewühlten Wasser ans Land zu gelangen. Ein Ort mit viel Wucht – landschaftlich wie historisch.
Wir gehen weiter bis zum South Head und zum Hornby Lighthouse, einem hübschen, rot-weißen Leuchtturm, der fotogen trotzig auf der Klippe steht.
Danach ist es Zeit für eine Belohnung: In der Doyle’s Garden Bar gibt es Fish & Chips mit Aussicht. Genau richtig.
Später fahren wir mit der Fähre zurück zum Circular Quay. Die Perspektive vom Wasser aus ist jetzt auch bei grauem Himmel großartig – Opernhaus, Skyline, Harbour Bridge. Blauen Himmel hatten wir ja schon am Anreisetag, also wollen wir uns wirklich nicht beschweren.
Zurück am Circular Quay bleiben uns noch rund drei Stunden bis zu unserem Harbour Bridge Climb. Da uns die letzten Tage etwas in den Knochen stecken - viel gelaufen, wenig geschlafen, dazu eine leichte Erkältung bei uns beiden - fahren wir erstmal ins Hotel zurück für eine Erholungspause. Aus dem geplanten „kurz hinlegen“ werden dann allerdings zwei Stunden Tiefschlaf. Zum Glück klingelt der Wecker zuverlässig.
Gegen 16:30 Uhr machen wir uns wieder auf den Weg Richtung Harbour Bridge. Um 17:00 Uhr startet unser Climb, der insgesamt etwa drei Stunden dauert. Wir sind eine sympathische Gruppe aus zwölf Leuten und haben einen Guide dabei, der nicht nur auf Sicherheit achtet, sondern auch jede Menge Geschichten parat hat.
Nach einer ausführlichen Einweisung geht es los. Schritt für Schritt klettern wir höher, gesichert und gut organisiert.
Die Sydney Harbour Bridge wurde 1932 eröffnet und war damals eines der größten Ingenieursprojekte der Welt – heute ist sie nicht nur Verkehrsader, sondern eines der Wahrzeichen Australiens. Unterwegs gibt es immer wieder Stopps, Informationen und Anekdoten. Und dann stehen wir tatsächlich ganz oben, direkt bei den Fahnen – der australischen Flagge und der Flagge der Aborigines. Der Blick von hier oben über den Hafen, die Stadt und das Meer ist einfach spektakulär.
Nach einem obligatorischen Fotoshooting geht es auf der anderen Seite der Brücke wieder hinunter. Eine tolle Truppe, großartige Aussichten und ein rundum beeindruckendes Erlebnis.
Gegen 20:00 Uhr sind wir wieder unten. Da wir zu Beginn wirklich alles im Schließfach verstauen mussten – inklusive Uhr und natürlich Handy – haben wir keine eigenen Fotos gemacht und müssen am Ende die Bilder des Veranstalters kaufen. Wir schlucken kurz, beißen in den sauren Apfel und sind uns einig: Bei dem stolzen Preis fürs Event hätten die Fotos eigentlich inklusive sein dürfen.
Mit der Metro fahren wir zurück nach North Sydney und direkt ins Hotel. Dort wartet noch die Flasche Champagner, die wir zur Begrüßung bekommen hatten.
Da wir morgen in aller Herrgottsfrühe Richtung Flughafen aufbrechen, wird sie heute Abend noch geöffnet. Ganz leer wird sie nicht – der Rest wird für morgen zum Sektfrühstück erklärt.
Wir packen schon mal die Koffer, damit es morgen früh schneller geht, und verschwinden gegen 22:00 Uhr in der Koje.