Australien
Fischmarkt, Flugzeug und ein neues Kapitel in Bangkok
Der Himmel meint es heute deutlich besser mit uns. Nach zwei Tagen Nebel und Dauerregen zeigt sich Sydney von seiner freundlicheren Seite – fast so, als wolle sich die Stadt zum Abschied doch noch einmal von ihrer besten Seite präsentieren.
Andreas nutzt die Gelegenheit sofort und dreht seine morgendliche Laufrunde heute stilecht über die Sydney Harbour Bridge. Während er also sportlich über den Hafen trabt, starte ich etwas gemütlicher in den Tag.
Gegen 8:00 Uhr machen wir uns gemeinsam auf den Weg: mit der Sydney Trains T1 North Shore Line und anschließendem Bus zum berühmten Sydney Fish Market.
Das große morgendliche Spektakel – die legendären Fischauktionen – haben wir zwar längst verpasst. Die finden hier nämlich schon sehr früh am Morgen statt, wenn Restaurants und Händler ihren Fang des Tages ersteigern.
Trotzdem herrscht auch jetzt noch ordentlich Betrieb: Händler preisen lautstark ihre Ware an, es riecht nach Meer und frisch gegrilltem Fisch, und an den Ständen stapeln sich Austern, Garnelen und allerlei andere Meeresbewohner.
Wir schlendern ein wenig durch die Hallen, holen uns einen Kaffee und beschließen spontan, dass Seafood zum Frühstück eigentlich eine ziemlich gute Idee ist.
Danach führt uns der Weg noch kurz in die Innenstadt zu Patagonia. Dort erstehen wir eine große Packtasche – eine Erkenntnis aus unserem Camper-Abenteuer: Für Reisen sind solche Taschen manchmal deutlich praktischer als unsere Hartschalenkoffer.
Gegen 11:00 Uhr sind wir zurück im View Sydney. Jetzt wird noch einmal gründlich umgepackt, damit wir die Gepäckbestimmungen von Thai Airways nicht unnötig herausfordern.
Eine Stunde später rufen wir uns ein Uber zum Flughafen und stehen nach zwanzig Minuten bereits am Sydney Kingsford Smith Airport.
Check-in, Gepäckabgabe und Security laufen erstaunlich flott.
Danach probieren wir etwas aus, was wir bisher noch nie gemacht haben: die Touristen-Steuerrückerstattung für Einkäufe in Australien. Am Schalter der Tourist Refund Scheme geht das überraschend unkompliziert: Kassenzettel vorzeigen, Reisepass und Boardingpass scannen lassen – und schon wird das Geld wieder auf die Kreditkarte zurückgebucht.
Danach steuern wir die Lounge an. Eigentlich haben wir uns fest vorgenommen, die SilverKris Lounge von Singapore Airlines zu besuchen – die gilt schließlich als eine der besten Lounges überhaupt.
Vor Ort stellt sich allerdings heraus, dass dort gerade akuter Platzmangel herrscht. Wir werden kurzerhand in die benachbarte Air New Zealand International Lounge umgeleitet.
Erst sind wir etwas enttäuscht – wir hatten uns innerlich schon durch das kulinarische Angebot der SilverKris-Lounge probiert. Aber der kleine Umweg hat auch Vorteile: Die Lounge von Air New Zealand ist erstaunlich leer, ruhig und sehr entspannt. Kein Gedränge, kein Stress – eigentlich genau das Richtige vor einem langen Flug.
Die Zeit vergeht dort schneller als gedacht, und ehe wir uns versehen, ist es 14:30 Uhr und wir machen uns langsam auf den Weg zum Gate.
Dort erwartet uns allerdings eine kleine Überraschung.
Eigentlich sind wir noch zehn Minuten vor dem offiziellen Boardingbeginn da – aber das Gate ist praktisch leer. Stattdessen läuft eine Mitarbeiterin von Thai Airways mit einem Schild durch die Gegend und ruft laut:
„Last call!“
So etwas haben wir auch noch nicht erlebt.
Offenbar wurde das Boarding deutlich früher gestartet, und wir gehören nun tatsächlich zu den allerletzten Passagieren, die einsteigen.
Im Flugzeug selbst läuft dann wieder alles sehr entspannt: bequeme Sitze, freundlicher Service und gutes Essen – so lässt sich der Flug gut aushalten.
Pünktlich kurz vor 21:00 Uhr Ortszeit setzen wir schließlich in Bangkok auf.
Unsere Koffer erscheinen erfreulicherweise als erste auf dem Gepäckband. Noch erfreulicher: Wir entdecken auch sofort unseren Fahrer von Hua Hin Cab, der uns am vereinbarten Treffpunkt erwartet.
Eine halbe Stunde später sitzen wir bereits im Auto und lassen uns durch den nächtlichen Verkehr zu unserem Hotel bringen.
Dort kommen wir irgendwann nach 22:00 Uhr an – und werden ausgesprochen herzlich empfangen. Die Freundlichkeit hier ist wirklich bemerkenswert.
Zu unserer Überraschung bekommen wir sogar ein Upgrade auf eine Suite. Dahinter steckt unsere liebe Freundin Michelle, die als regelmäßiger Gast des Hauses im Vorfeld eine nette E-Mail geschrieben hat und darum gebeten hat, gut auf ihre Freunde aufzupassen. Mission erfolgreich erfüllt 👍
Wir richten uns noch kurz ein, räumen das Nötigste aus den Taschen – schließlich wollen wir die nächsten Tage nicht komplett aus dem Koffer leben – und stellen zufrieden fest: Das hier lässt sich gut aushalten.
Kurz vor Mitternacht fallen wir nach diesem langen Reisetag schließlich ins Bett.
Australien liegt hinter uns – und das nächste Kapitel der Reise beginnt in Bangkok. 🌏✈️