Australien

New South Wales: Strand, Drachen und Kängurus

Nach zwei sehr entspannten Tagen wird es heute wieder etwas aktiver. Andreas verzichtet wegen seiner Erkältung zwar weiterhin auf den Frühsport, aber ansonsten haben wir Pläne.

Nach dem Frühstück packen wir zusammen und verabschieden uns von Mallacoota. Abfahrt gegen 9:15 Uhr – nächstes Ziel: Pambula Beach.

Ein erster Pflichtstopp folgt direkt an der Grenze zu New South Wales. Foto vom Grenzschild, Leutkirch-Aufkleber platzieren – Tradition ist schließlich Tradition 😅


Weiter geht es nach Eden. Beim Tanken dann ein kleiner Schockmoment: Der Sprit ist seit gestern um 35 Cent teurer geworden - vermutlich durch die jüngsten geopolitischen Spannungen im Nahen Osten. Einmal tief durchatmen – hilft ja nichts.

In Eden machen wir zunächst einen kurzen kulturellen Zwischenstopp am Mary MacKillop Museum. Die kleine Kirche stammt ursprünglich aus dem 19. Jahrhundert und ist eng mit der Geschichte von St Mary MacKillop verbunden, Australiens erster Heiliger.

Ihre Mutter kam 1886 bei einem Schiffsunglück hier vor Green Cape ums Leben und Mary war so berührt von der Fürsorge, die die Gemeinde damals gezeigt hatte, dass sie 1891 hier eine Schule gründete und die Verbindung der Stadt zu ihr bis heute gepflegt wird. Das restaurierte Gebäude erzählt diese Geschichte und ist ein Stück lebendige Lokalgeschichte direkt am Meer.

Danach zieht es uns – wie so oft – ans Meer. Ein ausgedehnter Spaziergang entlang der Aslings Beach. Der Strand ist so glatt und sauber, als hätte ihn jemand frisch poliert. Kein Seegras, keine Muscheln, keine angeschwemmten Algen – nichts. Fast schon irritierend perfekt. Und obwohl Sonntag ist und das Wetter nicht wirklich schlecht, sind wir nahezu allein unterwegs. Uns soll es recht sein.

Zurück laufen wir nicht wieder direkt am Strand entlang, sondern auf dem parallel verlaufenden Eden Killer Whale Trail.

Entlang des Weges sind immer wieder Mosaike in den Boden eingelassen – sie erzählen von der maritimen Geschichte Edens, vom Walfang, von der Fischerei und von berühmten Schiffen wie der „Lyee Moon“. Besonders faszinierend ist die Geschichte der sogenannten „Killerwale von Eden“, die im 19. Jahrhundert gemeinsam mit Walfängern jagten – ein einzigartiges Kapitel australischer Küstengeschichte.


Gegen 12:30 Uhr fahren wir weiter, eine gute halbe Stunde bis Pambula Beach.

Der neue Campground hier empfängt uns direkt mit einem Begrüßungskomitee aus Kängurus. Sie liegen entspannt rund um unsere Site verteilt im Gras, als gehöre der Platz eigentlich ihnen. Wenn das tagsüber schon so aussieht, sind wir gespannt auf den Abend.

Nach einer kurzen Mittagspause brechen wir gegen 15:00 Uhr noch einmal auf.

Zuerst geht es direkt über den Campground-eigenen Zugang zur Pambula Beach.

Hier quietscht der Sand beim Darüberlaufen laut unter unseren Füßen. Dieses Geräusch entsteht wohl durch besonders feine, gleichmäßig gerundete Quarzkörner mit sehr geringem Feuchtigkeitsanteil – sie reiben beim Gehen aneinander und erzeugen dieses typische „Squeaken“.

Von dort geht es weiter zur Jiguma Beach. Wir laufen bei Ebbe am Strand entlang und kraxeln über eindrucksvoll geschichtete Felsen in warmen Rot-, Braun- und Ockertönen. In den löchrigen Gesteinen sammeln sich zahllose Tide Pools – kleine Miniaturwelten voller Leben.

Später folgen wir dem Pambula River…

… und nehmen auf dem Rückweg den Jiguma Walking Trail durch den Wald.

Ganz oben überrascht uns ein junger Buntwaran. Vielleicht 40 Zentimeter lang, offenbar noch nicht ausgewachsen – ausgewachsene Tiere können bis zu zwei Meter erreichen. Er klettert erstaunlich geschickt einen toten Baum hinauf und durchsucht die Höhlungen nach Nahrung.

Kurz darauf entdecken wir noch eine weitere Echse: einen Jacky-Dragon, der völlig unbeeindruckt auf einem sonnengewärmten Stein liegt. Diese in Südost-Australien heimische Art wurde bereits 1790 vom englischen Zoologen George Shaw beschrieben – eines der ersten dokumentierten australischen Reptilien überhaupt.


Gegen 17:00 Uhr sind wir zurück am Campground. Ein Eis vom General Store geht immer. Danach beobachten wir eine ganze Weile die Kängurus – besonders eines, das gerade bei seiner Mutter trinkt. Eigentlich schon zu groß für den Beutel, aber bei Mama schmeckt es eben doch am besten.

Da wir hier mal wieder einen En-Suite-Platz haben, gönnen wir uns erstmal eine ausgiebige Dusche – ein kleiner Luxus im Camperalltag.

Anschließend wird der Grill angeworfen: Lammbratwürste, Safran-Reis-Salat und frisches Brot. Danach sitzen wir bei einem Gläschen Wein noch eine ganze Weile draußen, während langsam Ruhe auf dem Campground einkehrt.

Der Abend verläuft gewohnt gemütlich – ein bisschen Nachrichten schauen, Karten spielen, mit zuhause chatten. Gegen 22:00 Uhr wird das Licht gelöscht und ein weiterer Reisetag endet ganz entspannt.