Australien

Phillip Island: Koalas und Inselentspannung

Ich glaube, wir sind gerade in einer Phase des Urlaubs angekommen, in der Entspannen wichtiger wird als Erleben. Nach über acht Wochen füllt sich der Speicher so langsam 😉 Also starten wir entsprechend gemächlich in den Tag.

Nach einem sportlichen Einsatz von Andreas und einem gemütlichen Frühstück – inklusive ausgedehntem Plausch mit unseren Aussie-Nachbarn vom Campground – wird es tatsächlich 9:45 Uhr, bevor wir unser bewusst reduziertes Tagesprogramm beginnen.


Erster Punkt: ein Spaziergang zur Red Rock Beach direkt vom Campground aus. Auf dem Weg hüpfen uns seit längerer Zeit mal wieder ein paar Wallabies über den Weg – immer wieder schön, wie selbstverständlich hier Wildtiere zum Alltag gehören.

Der Himmel ist heute deutlich bedeckter als angekündigt. Eigentlich war Sonne versprochen. Aber gut – wenn der Wetterbericht sich dafür morgen beim angekündigten Heavy Rain irrt, soll es uns recht sein.

Am Strand herrscht absolutes Niedrigwasser. Viel Seegras liegt herum, aber genau deshalb ist es perfektes Timing: Bei Ebbe treten die charakteristischen roten Felsen besonders gut hervor. Die intensive Farbe stammt von eisenhaltigem Gestein, das über Jahrtausende oxidiert ist – also im Grunde rostet hier die Natur im ganz großen Stil. Im Kontrast zum Meer und zum dunklen Sand wirkt das richtig beeindruckend.

Nach etwa 45 Minuten drehen wir um und laufen am Strand entlang zurück zum Campground.


Zweiter Programmpunkt: das Koala Conservation Reserve.

Ein paar Koalas gehen schließlich immer noch ☺️

Gegen 12:00 Uhr fahren wir los, zehn Minuten später sind wir da – und inzwischen hat sich die Sonne durchgesetzt. So mögen wir das.

Eigentlich wollten wir ein Kombiticket für Koalas, Pinguine und die Churchill Island Heritage Farm kaufen. Doch am Eingang erfahren wir, dass die Penguin Parade bis zum 1. März komplett ausverkauft ist. Nun gut – die Little Penguins haben wir ja auf Tasmanien schon in aller Ruhe erlebt.

Wir entscheiden uns für die Self-Guided-Variante auf den erhöhten Boardwalks – Erklärungen zu Koalas haben wir im Laufe der Reise bereits genug bekommen.

Und dann verbringen wir tatsächlich fast 90 Minuten im siebten Koala-Himmel.

So nah und intensiv haben wir sie noch nie gesehen. Und sie schlafen nicht alle nur! Einige klettern tatsächlich in den Ästen herum, andere mampfen seelenruhig Eukalyptusblätter. Einfach unglaublich schön 🥰

Unterwegs treffen wir noch einen Ranger, der uns ganz nebenbei fast so viele Informationen liefert wie eine geführte Tour.


Und weil Andreas das alles so tapfer und ohne ein einziges Augenrollen mitgemacht hat, geht es danach zur Belohnung in die Rusty Water Brewery Restaurant & Bar direkt gegenüber. Neben sehr ordentlichem Bier gibt es auch gutes Essen: Andreas nimmt Fish and Chips, ich einen warmen Duck Salad. Beides sehr lecker.


Gegen 15:00 Uhr nutzen wir den mittlerweile strahlend blauen Himmel für eine kleine Wanderung am südwestlichen Zipfel der Insel.

Erster Halt: Pyramid Rock. Die markante Basaltformation wurde über Jahrtausende von Wind und Wellen geformt. Von den hohen Klippen kann man mit etwas Glück Wale oder Delfine vorbeiziehen sehen.

Außerdem ist die Gegend ein wichtiger Brut- und Rastplatz für Seevögel wie Short-tailed Shearwaters, Black-faced Cormorants und Sooty Oystercatchers. Heute sehen wir zwar keine Wale, aber allein die Aussicht lohnt sich.


Weiter geht es zum Parkplatz am Penguin Parade Visitor Centre. Nicht für die Parade – die ist ja ausverkauft – sondern als Ausgangspunkt für einen Spaziergang.

Im Visitor Centre bestätigt man uns nochmals, dass heute nichts mehr geht. Aber der Boardwalk sei tagsüber frei zugänglich. Also drehen wir eine Runde – und entdecken tatsächlich in den künstlich angelegten kleinen Höhlen ein paar Baby-Pinguine, die neugierig herauslugen.

Vorne am Strand wird uns das Ganze dann allerdings etwas zu inszeniert: Premium-Wege, Plus-Wege, Standard-Wege, nummerierte Tribünenplätze für die „Show“. Das ist nicht so ganz unser Ding. Fast sind wir froh, dass es ausverkauft ist.

Unsere Begegnung mit den Little Penguins in Tasmanien war natürlich und ruhig – das reicht uns.


Die ursprünglich geplante Wanderung erweist sich dann leider als wenig reizvoll, da sie größtenteils an der Straße entlangführt. Also fahren wir noch eine Runde über die Summerland Peninsula und halten an ein paar Viewpoints.

Am Nobbies Centre stehen uns die Reisebusse allerdings etwas zu dicht, da fahren wir direkt weiter.


Gegen 18:00 Uhr sind wir zurück am Campground. Wir machen es uns gemütlich, liegen in der Sonne und lassen alle Fünfe gerade sein.

Abends gehen wir noch einmal zur Red Rock Beach. Nachdem die Sonne am Morgen eher schüchtern war, wollen wir uns das Ganze noch einmal im Abendlicht anschauen.

Und das lohnt sich: Die roten Felsen leuchten im warmen Licht, und als die Sonne schließlich untergeht, scheint alles zu glühen. Ein richtig schöner Abschluss.

Zurück am Campground werfen wir noch eine Ladung Wäsche an und telefonieren eine Runde mit Andreas’ Eltern. Irgendwann geht dann auch bei uns das Licht aus.