Australien

Von Torquay bis Phillip Island: Leuchttürme, Fähre und viele Kilometer

Die Tage werden merklich kürzer. Um 6:30 Uhr ist es noch ziemlich dunkel, als Andreas eigentlich zum Laufen aufbrechen will – also lassen wir es heute ruhiger angehen.

Andreas hat trotzdem ein paar schöne Eindrücke von seiner morgendlichen Runde mitgebracht:

Gegen 9:15 Uhr rollen wir vom Campground.

Und natürlich hat unser Camper wieder eine kleine Überraschung parat: Eine Meldung über zu wenig Kühlflüssigkeit erscheint auf dem Display. Ernsthaft jetzt?

Wir halten an, schauen uns an – und wenden die bewährte Windows-Methode an: Motor aus. Fünf Minuten warten. Motor wieder an. Und siehe da: keine Meldung mehr.

Wir hoffen jetzt einfach mal sehr, dass nur ein Sensor oder der Bordcomputer einen schlechten Tag hatte, und fahren weiter.

In Torquay stocken wir erstmal unsere Vorräte bei Woolworths auf. Direkt daneben entdecken wir tatsächlich einen Whole Foods – meine Lieblingskette aus den USA. Dass es die hier in Australien gibt, war uns neu. Natürlich müssen wir rein. Der Laden ist nett, aber deutlich kleiner als die US-Versionen und vom Sortiment nicht ganz vergleichbar. Trotzdem wandern ein paar Dinge in unseren Korb.

Torquay selbst gefällt uns richtig gut. Beim Durchfahren spürt man sofort diese entspannte, surf-geprägte Atmosphäre. Wären wir nicht zeitlich gebunden, hätten wir hier vermutlich noch ein, zwei Tage drangehängt. Aber für Mittag haben wir die Fähre nach Sorrento gebucht – also weiter.

Über die Bridge Road geht es über den Barwon River Richtung Ocean Grove Spit – ein kurzer Stopp mit schönem Blick aufs Wasser, bevor wir weiterfahren.

Da wir noch etwas Zeit bis zur Fähre haben, machen wir einen Abstecher zum Point Lonsdale Lighthouse.

Der weiß gestrichene Turm stammt aus dem Jahr 1902 und markiert die gefährliche Einfahrt in die Port Phillip Bay – eine Passage, die wegen starker Strömungen und Untiefen lange als besonders tückisch galt. Heute wirkt alles friedlich, aber die Geschichte hier draußen ist geprägt von Schiffsverkehr und nicht ganz ungefährlichen Bedingungen.


Gegen 11:30 Uhr sind wir an der Fähre in Queenscliff Ferry Terminal. Wir beobachten fasziniert das Entladen der ankommenden Fähre. Besonders spannend: Die Fahrzeuge werden auf zwei Ebenen transportiert, mithilfe einer mobilen Plattform, die sich hebt und senkt. Alles läuft sehr routiniert.

Pünktlich um 12:00 Uhr legen wir ab. Nach etwa 45 Minuten erreichen wir Sorrento auf der Mornington Peninsula.

Vor uns liegen noch knapp 150 Kilometer bis zu unserer Unterkunft auf Phillip Island – aber natürlich nicht ohne Zwischenstopps.


Zuerst halten wir am Cape Schanck Lighthouse. Der 1859 errichtete Leuchtturm steht spektakulär auf dunklen Basaltklippen und war einer der frühen Navigationspunkte für Schiffe, die in die Port Phillip Bay einliefen. Heute führt ein Boardwalk entlang der Küste – Wind, Wellen, weite Ausblicke inklusive.


Ein weiterer Halt folgt am West Head bei Flinders.

Hier scheint ein echter Surfer-Hotspot zu sein. Wir beobachten eine Weile die ambitionierten Männer und Frauen auf ihren Brettern, die geduldig auf die perfekte Welle warten – manche mit mehr, manche mit weniger Erfolg.


Dann geht es aber wirklich schnurstracks weiter Richtung Phillip Island. Die Kilometer fahren sich schließlich nicht von alleine.

Gegen 16:30 Uhr checken wir im Anchor Belle Holiday Park ein. Der Platz ist rappelvoll – gute Entscheidung also, im Voraus reserviert zu haben. Und er gefällt uns auf Anhieb. Schön, dass wir hier drei Tage bleiben.

Wir richten uns ein, gönnen uns ein erfrischendes Getränk und drehen eine kleine Runde über den Platz, bevor wir eine Stunde später noch ins Städtchen Cowes laufen.

Sehr nett hier. Gefällt uns sofort.

Spontan beschließen wir, essen zu gehen, und landen beim Wing Lock Restaurant. Das Lokal ist typisch chinesisch: laut, lebendig, große runde Tische mit drehbaren Platten in der Mitte, an denen Gruppen mehrere Gerichte teilen. Für uns zu zweit etwas überdimensioniert – aber auf der umfangreichen Karte finden wir problemlos etwas Passendes.

Zurück geht es am Strand entlang – ein gut drei Kilometer langer Verdauungsspaziergang. Für einen langen Fahrtag haben wir damit doch noch ein bisschen Bewegung gesammelt.

Gegen 20:00 Uhr sind wir wieder am Campingplatz, lesen noch ein wenig, und als die Sonne verschwindet, verschwinden wir kurz darauf ebenfalls in der Kiste.