Australien
Wreck Beach & Apollo Bay: Anker im Sand und Muscheln am Abend
Der Morgen beginnt wie so viele in den letzten Wochen: Andreas schnürt die Laufschuhe, ich drehe mich nochmal gemütlich um. Danach Frühstück draußen unter strahlend blauem Himmel – und gegen 9:00 Uhr rollt der Camper wieder los.
Unser Endziel für heute ist Apollo Bay, aber natürlich nicht ohne ein paar Zwischenstopps entlang der Great Ocean Road.
Der erste führt uns zu The Gables. Die Zufahrtsstraße ist ein kleines bisschen abenteuerlich, aber genau das hat einen großen Vorteil: keine Reisebusse, keine Menschenmassen, nur wir und die Küste.
Wir laufen zunächst zum Gables Lookout, um die Aussicht zu genießen und dann von dort weiter hinunter zur Wreck Beach.
Erst geht es durch Küstenwald, dann über eine steile Treppe Richtung Strand. Unterwegs huscht sogar noch kurz eine Brown Snake vor uns über den Weg. Etwas kleiner als die Tiger Snakes, die wir bisher schon gesehen haben, und genauso schnell wieder im Unterholz verschwunden.
Unten an der Beach eröffnet sich ein raues, wunderschönes Stück Küste.
Und hier liegen sie: große Anker und Metallteile, Relikte vergangener Schiffsunglücke, die der Beach ihren Namen gegeben haben.
Zwei Segelschiffe strandeten einst in dieser Gegend – die Fiji im Jahr 1891 und die Marie Gabrielle bereits 1869. Ihre Überreste wurden später konserviert und in die Felsen eingebettet. Heute sind sie stille Erinnerungen daran, wie gefährlich diese Küste früher für die Seefahrt gewesen sein muss.
Außerdem haben wir Glück: Es ist Ebbe, und überall glitzern Tide Pools zwischen den Felsen. In den kleinen Wasserbecken schwimmt und krabbelt überraschend viel Leben – winzige Fische, eine Krabbe, Muscheln in allen Formen. Alles wartet geduldig auf die nächste Flut. Es ist jedes Mal wieder faszinierend, was man bei einem Strandspaziergang so entdecken kann.
Nach knapp zwei Stunden sind wir zurück am Parkplatz – und kurz darauf kommt der nächste Programmpunkt, auf den wir ehrlich gesagt verzichten könnten.
Auf dem Weg zurück zur Great Ocean Road beginnt der Camper plötzlich, laut und durchdringend zu piepen. Unser erster Gedanke: Bitte nicht schon wieder Drama. Doch diesmal will er uns nur freundlich mitteilen, dass wir ab jetzt auf Reserve fahren.
Okay. Verstanden. Tanken wäre gut.
In Lavers Hill versuchen wir es – aber beide Tankstellen dort scheinen eher nostalgische Ausstellungsstücke zu sein. Sprit gibt es jedenfalls keinen mehr. Na super. Also weiter Richtung Apollo Bay. Noch 45 Kilometer. Das sollte… hoffentlich reichen.
Eigentlich hatten wir unterwegs noch einen Abstecher zum Cape Otway Lighthouse und zum Parker Inlet geplant, aber mit der Tankanzeige im Hinterkopf lassen wir das lieber bleiben und verschieben es auf morgen. Erstmal ankommen, erstmal Sprit.
Ein kurzer Halt am Castle Cove Lookout lenkt uns nochmal ab…
… dann retten wir uns tatsächlich mit dem letzten Tropfen zur Amplify Tankstelle in Apollo Bay. Erst mal volltanken. Bitter nötig.
Danach erledigen wir gleich noch ein paar Einkäufe und bekommen einen ersten Eindruck vom Ort. Apollo Bay gefällt uns auf Anhieb richtig gut. Und weil wir beide große Lust auf Seafood haben, beschließen wir spontan: Heute bleibt die Campingküche kalt und wir gehen mal wieder essen.
Aber zuerst checken wir auf dem Marengo Holiday Park ein. Wäsche waschen steht auch dringend an – zwei Ladungen gleich hintereinander. Bei dem Traumwetter trocknet alles in Windeseile, und wir machen es uns währenddessen gemütlich vor dem Camper.
Gegen 16:30 Uhr laufen wir dann langsam Richtung Strand. Und wir denken uns: Wenn nicht hier, wo dann? Wir haben den Badeanzug schließlich nicht umsonst in den Koffer gepackt.
Das Wasser ist herrlich klar, der Strand wunderschön, und die Wellen sind ordentlich – wir kämpfen eine Weile damit, haben aber riesigen Spaß und bleiben viel länger als gedacht.
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Danach geht es ins Städtchen zum Casalingo. Wir teilen uns Octopus als Vorspeise, Andreas nimmt Muscheln, ich Seafood Linguine – sehr lecker und genau das, worauf wir heute Abend Lust haben.
Auf dem Rückweg zum Campingplatz lassen wir uns Zeit und machen noch einen kleinen Verdauungsspaziergang an der Beach – eine schöne Gelegenheit, den Abend entspannt ausklingen zu lassen.
Zurück am Campingplatz beziehen wir noch schnell die Betten mit der mittlerweile getrockneten Wäsche und lassen diesen ruhigen, sonnigen Tag ganz entspannt ausklingen.