Australien
Grampians: Wolken über Rosea und ein wilder Burma Track
Neuer Tag, neues Glück: Wir starten optimistisch in den Morgen. Immerhin haben wir jetzt ein Jump Starter Power Pack an Bord – so eine Art psychologische Versicherung gegen weitere Camper-Kapriolen.
Ohne Morgensport sind wir früh dran. Nach Frühstück und Spülen sitzen wir schon um 8:45 Uhr im Auto. Erster Versuch: die Batterie schnurrt, der Motor springt an. Na bitte. Geht doch.
Heute holen wir die Wanderung nach, die wir eigentlich schon gestern machen wollten. Ziel ist der Rosea Carpark und der Mount Rosea and Burma Track Loop. Der Himmel sieht noch freundlich aus, aber für den Nachmittag ist Regen gemeldet – umso besser, dass wir früh starten.
Trinkblasen füllen, Wanderschuhe schnüren, Sonnencreme drauf – und gegen 9:30 Uhr laufen wir los.
Wir gehen den Loop im Uhrzeigersinn. Anfangs führt der Track angenehm durch den Wald: sandiger Boden, gut zu laufen, stetig leicht bergauf.
Später öffnet sich das Gelände und die Landschaft wird rauer.
Der Weg wird steiniger, die Fliegen aufdringlicher und die Aussichten dafür umso besser. Immer wieder geben die Bäume den Blick frei auf die zerklüfteten Grampians-Rücken, die heute unter einer dramatisch dichter werdenden Wolkendecke liegen. Noch bleibt es trocken, aber man spürt: das Wetter hat Pläne.
Zwischendurch sind auch ein paar kleine Klettereinlagen gefragt – Hände an den Fels, Schritt für Schritt nach oben.
Wir sind fast allein unterwegs, nur am Gate of the East Wind treffen wir ein junges Paar aus Holland. Ein kurzer Austausch, dann verschwinden wieder alle in ihre eigene Wanderblase.
Kurz nach zwölf erreichen wir den Mount Rosea und machen oben Lunchpause. Wolken, Wind, Weitblick – genau diese Mischung, für die man hochläuft.
Für den Rückweg geht es weiter über den Mount Rosea Track, später auf den Grampians Peak Trail und schließlich auf den Burma Track. Der Abstieg ist steil, danach tauchen wir wieder in den Wald ein. Auch hier sind Spuren von Feuer zu sehen – verkohlte Stämme, neues Grün dazwischen. In Australien scheint wirklich kaum ein Wald davon verschont zu bleiben.
Als wir auf den Burma Track abbiegen, wird es… interessant. Der Weg wirkt, als hätte ihn seit Jahren niemand mehr gepflegt. Keine frischen Markierungen, umgestürzte Bäume quer über dem Pfad, dazu Felsbrocken, die wohl gelegentlich ihren eigenen Weg nach unten suchen. Nicht komplett weglos – aber definitiv ein bisschen abenteuerlich. Wir sind froh, dass wir GPS dabei haben, denn Umkehren würde einen riesigen Umweg bedeuten.
Am Ende wartet noch ein knapper Kilometer Straße – nicht gerade das Highlight – aber gegen 14:30 Uhr sind wir zurück am Car Park.
Wir fahren nach Halls Gap, belohnen uns mit einem Eis und erledigen noch ein paar Kleinigkeiten im Supermarkt.
Und dann setzt er ein: der angekündigte Regen. Perfektes Timing.
Zurück am Campground schaffen wir es gerade noch, unsere Reservierung im Restaurant von draußen nach drinnen zu verlegen. Danach bleibt Zeit für Papierkram, Duschen und eine Runde Nichtstun.
Am Abend geht’s dann ins Barney’s Bar & Bistro – empfohlen von einer Freundin. Wir sollen unbedingt das Känguru probieren… aber: gibt es nicht mehr. Speisekarte geändert. Macht nichts, die Auswahl ist trotzdem groß genug. Andreas nimmt ein Porterhouse Steak, ich etwas mit Chicken. Beides richtig gut.
Als wir später wieder rausgehen, hat der Regen aufgehört. Passt.
Zurück am Campground versetzen wir den Camper ordnungsgemäß in den Schlafmodus, lesen noch ein bisschen Nachrichten – und dann fallen wir zufrieden ins Bett. Morgen wartet wieder eine längere Fahrt zurück ans Meer.