Australien
Zwischen Batterie-Chaos und Australiens tiefstem Blau
Der Tag beginnt eigentlich ganz gut. Wir sind im Rhythmus, frühstücken entspannt und sind um 9:00 Uhr bereit zur Abfahrt.
Und dann… oh nein. 🤯 Der Camper startet nicht.
Erst kommen ein paar wirre Fehlermeldungen zur Batterie, dann fängt plötzlich der Scheibenwischer an zu wischen – und lässt sich nicht mehr stoppen. Und kurz darauf geht einfach gar nichts mehr: kein Ton, kein Display, keinerlei Reaktion. Nur der Scheibenwischer wischt fröhlich weiter, als hätte er seinen eigenen Tagesplan. Wir können das Auto nicht mal abschließen. Ich glaube, dieser Camper raubt uns noch den letzten Nerv.
Wir fragen einen Campingnachbarn um Hilfe, aber auch der hat keine Idee. Also rufen wir bei THL an. Die Dame am Telefon bleibt ruhig und verspricht, einen Servicemitarbeiter vorbeizuschicken. In 60 bis 90 Minuten.
Na gut. Dann machen wir es uns eben wieder gemütlich und warten. Es gibt definitiv schlimmere Orte für eine Panne – zum Beispiel mitten auf der Fähre, eingekeilt zwischen zwanzig Autos.
Um 10:30 Uhr kommt ein netter Kollege vom RAA Road Service. Er versucht es zuerst mit Starthilfe – wir haben offenbar eine flat battery. Es klappt nicht sofort. Dann brabbelt er etwas auf australischem Englisch, von dem wir nur zwei Wörter wirklich verstehen:
„Big issue.“ Oh mein Gott.
Aber irgendwie bringt er die Karre dann doch wieder per Starthilfekabel zum Laufen. Was genau das Leerlaufen der Batterie verursacht hat, bleibt allerdings ein Rätsel – auch das Auslesen des Fehlerspeichers bringt keinen Aufschluss.
Nach einer halben Stunde lässt er uns mit laufendem Motor und einem mulmigen Gefühl im Bauch zurück.
Wir starten mit zwei Stunden Verspätung — aber immerhin: wir starten.
Unser erstes Ziel ist Robe. 45 Kilometer – hoffentlich genug, um die Batterie wieder ordentlich aufzuladen.
In Robe tanken wir als Erstes. Spannung: Springt der Camper danach wieder an? Er tut es. Und so laufen wir halbwegs beruhigt eine Runde auf dem Coastal Trail.
Vorbei am futuristisch wirkenden Leuchtturm von Robe…
… am Doorway Rock…
… und am Obelisk – einem der bekanntesten Wahrzeichen der Stadt, gebaut 1855 als Seezeichen für die Schifffahrt.
Wir essen unseren Lunch, genießen noch einmal den Blick aufs Meer und fahren gegen 13:30 Uhr weiter.
Der Motor startet beim ersten Versuch. Hipp hipp hurra.
Ein letzter Blick auf die Küste – denn für die nächsten fünf Tage werden wir das Meer erst einmal nicht mehr sehen.
Wir fahren durch bis Mount Gambier, erledigen noch einen Großeinkauf im Woolworth für die kommenden Tage und checken gegen 16:00 Uhr im Blue Lake Holiday Park ein.
Wir sind wieder sehr angetan vom Campingplatz: Pool, Spielbereiche, Grillplätze, Laundry, Game Rooms, gepflegte Sanitäranlagen – alles da, was man braucht. Ein Platz, der sein Geld wert ist.
Wir richten uns halbwegs ein, sitzen eine Runde in der Sonne und sind einfach nur froh, dass der Camper wieder fährt.
Gegen 17:00 Uhr brechen wir noch einmal auf und umrunden den Blue Lake auf einer kurzen 3,5-Kilometer-Runde.
Der See ist herrlich blau – wirklich tief kobaltblau – und trägt seinen Namen absolut zu Recht. Schade nur, dass der Weg drumherum größtenteils direkt an der Straße entlang führt.
Der Blue Lake ist übrigens nicht einfach nur „zufällig“ so blau: Er liegt in einem alten Vulkankrater, und das Zusammenspiel aus Mineralien und Licht sorgt dafür, dass er so spektakulär schimmert, als hätte jemand die Sättigung hochgedreht.
Zurück am Campground wird am Abend gegrillt. Es gibt Lammspieße und Coleslaw – einfach, aber sehr lecker.
Noch ein Telefonat nach Hause, ein bisschen Durchatmen nach diesem Start und gegen 22:00 Uhr geht das Licht aus.