Australien

Coorong: Emu-Schreck, Pink Lake und Granit am Endlosstrand

Heute bekommen wir den Start ein bisschen zügiger hin: Wir spielen uns langsam ein, was das tägliche Umräumen unserer Koffer betrifft. Unser Ordnungssystem ist inzwischen recht ausgeklügelt: Es wechselt zuverlässig zwischen Fahrmodus und Schlafmodus.

Kurz vor 9:00 Uhr rollen wir vom Campground.

Wir folgen weiter dem Princes Highway Richtung Süden und bleiben noch eine Weile im Coorong Nationalpark – dieser endlosen, stillen Landschaft aus Lagunen, Dünen und Vogelkonzerten.

Unterwegs machen wir einen kleinen Abstecher zum Campground Parnka Point und laufen von dort ein Stück bis zum McCallum Point. Auch hier: Pelikane, Pelikane, Pelikane.

Diesmal allerdings nicht im Synchron-Fischfang wie gestern, sondern eher im Modus „Strandurlaub für Fortgeschrittene“. Sie stehen herum, dösen, schauen geschniegelt in die Gegend – nicht spektakulär, aber trotzdem faszinierend. Der Coorong bleibt einfach ein riesiges Vogelparadies.


Den nächsten Stopp legen wir gegen 11:00 Uhr in Salt Creek ein. Zeit für den Ngrugie Ngoppun Walk – ein Name, bei dem man schon beim Aussprechen das Gefühl hat, man sollte vorher die Zunge aufwärmen.

Der Trail führt durch niedrige Büsche und Küstenvegetation. Immer wieder sehen wir Sträucher mit leuchtend lilafarbenen Beeren – als hätte jemand Farbtupfer in die Landschaft gepinselt. Gefällt uns echt gut hier.

Außerdem entdecken wir wieder mehr Känguru Droppings… ein klares Zeichen: Hier gibt es nicht nur Vögel.

Und während wir noch darüber nachdenken, ob wir heute vielleicht mal wieder ein Känguru sehen…

…stehen plötzlich zwei riesige Emus vor uns. Wirklich riesig. Bestimmt zwei Meter groß. Definitiv größer als wir selbst.

Für einen Moment sind wir so erschrocken, dass wir die Kamera natürlich nicht schnell genug zücken. Als wir endlich auslösebereit sind, verschwinden die beiden meterhohen Feder-Dinosaurier schon halb wieder im Gebüsch.

Ganz ehrlich: Wenn die auf uns zugelaufen wären, hätte ich sehr schnell herausgefunden, wie schnell ich in Wanderschuhen sprinten kann.

Kaum haben wir uns wieder beruhigt, huscht uns auch schon das nächste Tier über den Weg: eine große, schwarze Echse, etwa 30 Zentimeter lang – vermutlich eine Blue-tongued Lizard.

Später biegen wir noch auf den Lakes Nature Walk ab, der um einen trockenen Salzsee führt.

Und dann kommt er: der Halite Lake.

Ein zweigeteilter Salzsee in Pink und Weiß – und diesmal nicht nur mit Fantasie, sondern so richtig knallig. Das ist endlich das Pink, das die anderen „Pink Lakes“ unterwegs immer nur versprochen haben. Wir sind begeistert.

Von hier geht es direkt zurück zum Auto, wo es es eine kalte Cola und unsere Brote gibt und gegen 14:30 Uhr fahren wir weiter.


Ein kurzer Stopp noch bei The Granites: ein endlos langer Strand, nur unterbrochen von vier Granitfelsen, die hier wie zufällig abgeladen wirken.

Und man fragt sich wirklich: Wie kommt die Natur auf die Idee, ausgerechnet hier – an 180 Kilometern fast völlig leerem Strand – einfach ein paar Granitbrocken hinzulegen?


Gegen 16:30 Uhr checken wir nach einem schnellen Foodland-Stopp zum Auffüllen der Vorräte im Kingston Foreshore Caravan Park ein.

Dann folgt das inzwischen etablierte Ritual: Camper in den Schlafmodus umbauen, Papierkram sortieren, Nachrichten nach Hause schicken, etwas chillen.

Wir drehen noch eine kleine Runde über den Campground und zum Strand, bevor gekocht wird.

Heute mal ohne Grill, dafür am Herd: Butter Chicken mit Bohnen und Reis. Für Campingküche mit begrenztem Stauraum und eingeschränkten Möglichkeiten gar nicht mal schlecht.

Wir essen draußen, aber man merkt: Abends wird es inzwischen richtig frisch.

Dann noch spülen, ein bisschen lesen – und irgendwann geht das Licht aus.

Fazit des Tages: Emus stehen definitiv ab jetzt auf unserer persönlichen Respektliste ganz oben.