Australien

Abschied im Rauch und Aufbruch ins nächste Kapitel

Als der Wecker heute um 5:00 Uhr klingelt, mache ich genau das, was man in solchen Momenten eben macht: noch halb im Schlaf erstmal die Nachrichten checken. Und dann steht da diese eine, erlösende Zeile:

Die Fähren von Kangaroo Island fahren wieder.

Zwar nur runter vom Inselparadies aufs Mainland – andersrum noch nicht – aber das betrifft uns zum Glück nicht. In dem Moment fällt uns ein riesiger Stein vom Herzen. Ein sehr großer. Vermutlich mit Fährenformat.

Also packen wir im Schnelldurchgang zusammen, frühstücken mehr funktional als genussvoll und sitzen um 6:30 Uhr schon im Auto Richtung Penneshaw.

Wir fahren gemächlich. Es ist noch Dämmerung, und in dieser Tageszeit sind die Kängurus hier besonders aktiv – wir möchten wirklich nicht dafür verantwortlich sein, dass am Straßenrand noch mehr traurige Silhouetten liegen als ohnehin schon.

Für eines können wir gerade noch rechtzeitig bremsen. Es hüpft danach eine ganze Weile neben unserem Auto her, als würde es uns noch persönlich verabschieden wollen.

Gegen 7:30 Uhr erreichen wir den Fährhafen. In einer Stunde soll es losgehen. Der Geruch nach Feuer ist hier allerdings schon sehr intensiv – und diesmal nicht nur ein vager Hauch, sondern richtig präsent. Auch der Rauch ist deutlich zu sehen. Es fühlt sich plötzlich sehr real an.

Als wir endlich auf der Fähre sitzen und sie ablegt, sind wir einfach nur froh. Weg. Runter von der Insel und dann erstmal raus aus der Gefahrenzone.

Um 9:30 Uhr legen wir in Cape Jervis an – und werden direkt aufgefordert, das Gebiet sofort zu verlassen. Das lassen wir uns natürlich kein zweites Mal sagen. Wir starten durch, passieren Feuerwehrfahrzeuge, Polizeiautos, Nachrichtenteams… und irgendwann ist es geschafft.

Hipp hipp hurra – wir sind durch.


Jetzt geht es weiter nach Adelaide, denn das nächste Kapitel wartet schon: Unser Camper.

Bei Maui bekommen wir alles gezeigt und erklärt – und sind… sagen wir mal: vorsichtig ernüchtert. Der Camper ist zwar über einen Meter länger als unser eigener zuhause, hat aber irgendwie deutlich weniger Stauraum. Und was Geschirr, Besteck und Ausstattung angeht, überschlagen wir uns auch nicht gerade vor Begeisterung.

Dazu kommt: alles wirkt ziemlich schmutzig, und das Klo hat diesen ganz speziellen Duft von „Trockenanlage bei 40 Grad“.

Wir schauen uns an, schauen auf unsere drei Koffer und sind uns noch nicht ganz sicher, wie das hier in den nächsten fünf Wochen funktionieren soll.

Also erstmal pragmatisch: Alles aus dem Mietwagen in den Camper werfen, den Camper stehen lassen und nochmal los – Mietwagenrückgabe bei Sixt.


Unterwegs machen wir natürlich noch einen Zwischenstopp am Adelaide Central Market, um etwas zu essen und unser geliebtes Brot mitzunehmen. Prioritäten müssen sein.

Gegen 15:15 Uhr sind wir bei Sixt und die Rückgabe läuft problemlos. Kurz check, alles okay, und dann per Uber zurück zu Maui. Der Fahrer lässt sich nicht lange bitten, und eine Stunde später stehen wir wieder beim Camper.

Maui hat inzwischen geschlossen – gut, dass wir das Fahrzeug außerhalb der Tore geparkt haben. Dann bleibt nur noch: losfahren.

Unser Ziel für die erste Nacht: Hahndorf.

Unterwegs buchen wir schnell noch einen Powered Site, erledigen einen ersten Woolworth- und BWS-Einkauf (die Grundversorgung muss stehen), und kurz nach sechs rollen wir auf den Campingplatz.

Die Rezeption ist schon zu, aber im Safe wartet ein Umschlag mit Instruktionen. Wir steuern unseren Stellplatz an: großzügig, ruhig, direkt davor ein riesiger Eukalyptusbaum.

Potentiell perfekt für Koalas… aber natürlich zeigt sich keiner.

Den Abend nutzen wir, um irgendwie Ordnung ins Chaos zu bringen und uns im Camper einzurichten. Gerade so schaffen wir es, bevor es stockdunkel wird.

Zum Abschluss gibt es noch einen kleinen Absacker, einen kurzen Spaziergang über den Campingplatz – und dann wird sie eingeläutet:

Die erste Nacht im neuen Zuhause auf Rädern.

Ein bisschen holprig, ein bisschen improvisiert… aber das Abenteuer geht weiter.