Australien

Kangaroo Island: Seelöwen, Steinlabyrinthe und versteckte Strände

Heute steht ein angenehm entspannter Tag auf dem Programm – und zwar für uns beide. Auch Andreas entscheidet sich ausnahmsweise gegen sportlichen Ehrgeiz und für ein bisschen mehr Schlaf. Wir frühstücken in aller Ruhe, packen unsere Sachen zusammen, checken aus und machen uns um 9:00 Uhr auf den Weg zurück in Richtung Osten der Insel.

Erstes Ziel: Seal Bay.

Im Visitor Centre werden sowohl Self-Guided Boardwalks als auch geführte Touren angeboten, bei denen man bis hinunter an den Strand kommt. Wir entscheiden uns für die geführte Variante – wenn schon Seelöwen, dann bitte mit Hintergrundwissen. Um 10:30 Uhr geht es los.

Schon nach wenigen Minuten stehen wir mitten in einer der bedeutendsten Kolonien australischer Seelöwen. Seal Bay ist kein gelegentlicher Ruheplatz, sondern ein dauerhaftes Zuhause: Generation für Generation kehren die Weibchen genau hierher zurück. Die Kolonie umfasst rund 1.000 Tiere – ein beachtlicher Teil der insgesamt nur etwa 14.500 australischen Seelöwen, die es noch gibt.

Unser Guide erzählt faszinierende Details aus dem Leben der Tiere:

Die Seelöwen verbringen meist zwei bis drei Tage am Stück auf Fischfang, tauchen, jagen und schlafen dabei kaum. Erst danach kommen sie an Land, um sich ebenso lange auszuruhen. Bei warmem Wetter liegen sie entspannt am Strand, bei Kälte oder Regen ziehen sie sich weit hinauf in die Dünen zurück, geschützt zwischen Büschen und Vegetation.

Wir sehen unzählige Seelöwen: schlafend, raufend, säugende Mütter, tapsige Jungtiere im typischen Watschelgang.

Besonders rührend – und ein wenig herzzerreißend – ist ein Junges, das laut rufend seine Mutter sucht. Sie ist offenbar noch draußen im Meer unterwegs.

Nach der etwa 45-minütigen Tour laufen wir noch eine Runde über die Boardwalks der Self-Guided Tour, wo es weitere Seelöwen und interessante Infos gibt.

Gegen 12:00 Uhr lösen wir uns schließlich von Seal Bay. Eine rundum gelungene, sehr informative Tour – absolut lohnenswert.


Als Nächstes geht es auf die Nordseite der Insel zur Stokes Bay. Der Asphalt verabschiedet sich bald, wir rumpeln eine Weile über Gravel Roads – kein Problem für unseren Subaru 💪

Unterwegs liegt plötzlich Brandgeruch in der Luft, und die Landschaft wirkt dunstig und grau. In der Ferne ist Rauch zu sehen – ein bedrückender, aber leider vertrauter Anblick hier.

Etwa eine Stunde später erreichen wir Stokes Bay. Zunächst sind wir etwas ratlos: Parkplatz, Felsen, Meer – schön, aber nicht spektakulär. Bis wir das Hinweisschild zum Strand entdecken.

Der Weg führt durch ein Labyrinth aus eng stehenden Felsen. Wir quetschen uns durch schmale Spalten, und kriechen darunter hindurch bis wir plötzlich an einem versteckten Traumstrand stehen.

Glasklares Wasser, feiner Sand, absolute Ruhe. Ich glaube, so klares Wasser habe ich an einem Strand noch nie gesehen.

Wir suchen uns ein windgeschütztes Plätzchen, essen ein paar Snacks und genießen diesen besonderen Ort ganz für uns allein. Kein Lärm, keine Menschen – nur Meer, Felsen und Licht.


Danach fahren wir weiter Richtung Kingscote, wo wir für die nächsten zwei Nächte ein Häuschen gebucht haben.

Gegen 15:30 Uhr kommen wir an. Von außen wirkt die Unterkunft eher unscheinbar, und kurz frage ich mich, was ich da eigentlich gebucht habe. Innen dann die Überraschung: viel Platz, modern, gemütlich – richtig gut. Wir sind sofort happy.

Wir richten uns ein, beziehen die Zimmer und nutzen erst einmal das hervorragende Internet, um Papierkram zu erledigen. Später drehen wir noch eine Runde entlang der Küste von Kingscote, reservieren einen Tisch fürs Abendessen am nächsten Tag und schmeißen schließlich den Grill an.

Der Abend vergeht mit weiterem Organisieren – auf langen Reisen sammelt sich sowas schneller an, als man denkt.

Gegen 22:00 Uhr geht schließlich das Licht aus.