Australien
Von Adelaide auf die Insel: Kangaroo Island ruft
Der Wecker meint es heute nicht gut mit uns. Punkt 6:00 Uhr reißt er uns aus dem Schlaf – gnadenlos. Also raus aus den Federn, duschen, die letzten Kleinigkeiten zusammenkramen und noch etwas verschlafen das Hotel verlassen. Um 7:30 Uhr stehen wir ausgecheckt vor dem Haus und warten auf unseren Uber zur Sixt-Station.
Dort dauert es ein bisschen, bis alle Formulare unterschrieben, alle Fragen geklärt und alle Häkchen gesetzt sind. Aber gegen 8:30 Uhr ist es so weit: Wir sitzen in unserem neuen Gefährt für die nächsten fünf Tage – einem silbergrauen Subaru Forester mit gerade einmal knapp 8.000 Kilometern auf dem Tacho. Fast neu, ordentlich Platz, perfekt für Kangaroo Island. Wir sind sehr happy.
Als Erstes steuern wir einen Woolworths entlang der Strecke an und decken uns für die Selbstversorgung auf der Insel ein. Für fünf Tage wird der Wagen ordentlich beladen. Die BWS-Läden für alles Flüssige öffnen allerdings erst um 10:00 Uhr – das verschieben wir also auf später und fahren erst einmal weiter Richtung Süden.
Ein kurzer Stopp in Port Noarlunga Beach: sehr hübsch hier, entspannte Stimmung, ein erster Blick aufs Meer.
Danach geht es weiter auf der Küstenroute Richtung Christies Beach. Für weitere Stopps bleibt leider keine Zeit, denn die Fähre in Cape Jervis wartet nicht. Aber selbst im Vorbeifahren ist diese Strecke ein Genuss.
In Normanville haben wir dann doch noch ein kleines Zeitfenster und fahren für ein Viertelstündchen an den Strand. Der Unterschied zu Port Noarlunga ist deutlich: Hier ist es spürbar kühler, der Wind pfeift ordentlich, und statt badender Kinder und Schnorchler sieht man nur ein paar Spaziergänger mit hochgezogenen Schultern. Meer kann eben sehr unterschiedlich sein – selbst an einem Vormittag.
Gegen 12:30 Uhr erreichen wir Cape Jervis und checken bei SeaLink ein. Boardingpässe in der Hand, Neugier im Gepäck. Interessant: Nur der Fahrer darf mit dem Auto auf die Fähre fahren, ich muss als Beifahrerin den Fußgängerweg nehmen. Auch neu für uns. Ebenso ungewohnt: Auf der Fähre wird nicht einfach durchgefahren – das Auto muss an Bord gewendet werden.
Pünktlich um 13:00 Uhr legt die Fähre ab. Es ist ordentlich Bewegung drin, der Seegang macht sich bemerkbar, aber alles bleibt im grünen Bereich. Niemand muss Fische füttern 😅.
Nach gut einer Stunde heißt es dann wieder: fester Boden unter den Füßen – oder besser gesagt unter den Reifen.
Jetzt noch eine knappe Stunde Autofahrt, dann erreichen wir unsere erste Unterkunft auf Kangaroo Island.
Unser Apartment in Emu Bay gefällt uns auf Anhieb richtig gut: Blick in einen schönen Garten, dahinter die Bucht, alles hell, gemütlich und gut ausgestattet.
Wir räumen die Einkäufe ein, lassen uns kurz auf der Terrasse nieder und genießen erst einmal das Gefühl, hier zu sein.
Gegen 16:00 Uhr ziehen wir dann noch einmal los zu einer kleinen Runde an der Emu Bay.
Der Strand ist riesig, endlos lang – und fast menschenleer. Vielleicht eine Handvoll Leute verteilt auf diese Weite. Ein paar Touristen fahren mit ihren Autos am Strand entlang, ansonsten herrscht wohltuende Einsamkeit. Trotz des starken Winds gibt es kaum Wellen, das Wasser liegt überraschend ruhig da.
Auch die Tierwelt zeigt sich heute eher zurückhaltend. Die Pelikane, die hier angeblich regelmäßig anzutreffen sind, scheinen kollektiv Urlaub zu haben – wir sehen keinen einzigen. Man kann eben nicht alles haben.
Irgendwann reicht es uns am Strand, und wir klettern die Dünen hinauf. Von oben genießen wir noch einmal den Blick über die Bucht, dann geht es über die Wallaby Road zurück Richtung Unterkunft – immer mit dem Gefühl, hier draußen sehr weit weg vom Rest der Welt zu sein.
Zurück am Häuschen wird der Grill angeworfen. Es gibt Rindersteaks, Nudelsalat und ein bisschen Grünzeug – ausgewogene Urlaubsküche 😉.
Danach sitzen wir noch lange draußen, mit Blick auf die Bay, telefonieren eine Runde nach Hause und lassen den ersten Kangaroo-Island-Abend ganz entspannt ausklingen.