Australien

Melbourne: Grand Slam, Sonne & Yarra River

Der neue Tag in Melbourne beginnt angenehm entspannt. Andreas startet früh mit einer Laufrunde, während ich es ruhig angehen lasse.

Gegen 8:00 Uhr treffen wir uns zum Frühstück. Wir nutzen das Buffet im Hotel – für den aufgerufenen Preis allerdings eher so lala. Morgen sparen wir uns das und frühstücken lieber irgendwo auf dem Markt. Das scheint eindeutig die bessere Idee zu sein.

Gegen 9:30 Uhr brechen wir auf zu unserem Melbourne-Tag.

Eigentlich hatten wir vor, zunächst eine Runde mit der City Circle Tram zu fahren, inklusive Audioguide zu den wichtigsten Sehenswürdigkeiten. Als wir an der Station ankommen, sehen wir allerdings schon von Weitem auffällig viele Menschen in orangenen Warnwesten – kein gutes Zeichen.

Kurz darauf ist klar: Die City Circle Tram fährt heute wegen Protestaktionen nicht. Also Planänderung: wir gehen direkt zum Tennis.

Wir laufen gemütlich Richtung Melbourne Park. Unterwegs gibt es noch ein paar schöne Ausblicke auf den Yarra River…

… dann stehen wir auch schon am Eingang des Geländes.

Sehr cool: Überall stehen Spender mit kostenloser Sonnencreme SPF 50+. Ein Service, den wir sehr gerne nutzen – selbst Andreas schmiert sich freiwillig jede freiliegende Körperstelle ein.

Weniger cool für ihn: die Taschenkontrolle. Seine Dose Bier im Rucksack darf nicht mit aufs Gelände. Also gibt es noch einen zusätzlichen Stopp auf einer Bank am Fluss, wo die Dose fachgerecht und restlos „entsorgt“ wird 🍺😉

Rund um den Eingang herrscht ordentlich Betrieb: Spiele, Aktionen und Entertainment rund um die gelben Bälle – definitiv „Fun für die ganze Familie“.

Dazu kommt diese ganz eigene Turnier-Atmosphäre:

Überall stehen Food- und Getränkestände, Menschen schlendern mit kühlen Drinks in der Hand von Court zu Court, und an vielen Stellen gibt es sogar kostenloses Wasser zum Auffüllen.

Bei den Temperaturen auch dringend nötig, denn die Hitze ist ordentlich und die Sonne brennt gnadenlos vom Himmel. Trotzdem wirkt alles entspannt und gut organisiert – ein großes, wuseliges, aber erstaunlich entspanntes Tennis-Festival.

Wir schauen uns verschiedene Matches an, bleiben jeweils ein paar Sätze, wechseln dann weiter zur nächsten Arena. Genau so scheint man das hier zu machen. Dabei lernen wir auch schnell die strenge Court-Etikette kennen:

Aufstehen nur zwischen den Spielen, ansonsten stillsitzen und mucksmäuschenstill sein. Die Gänge müssen frei bleiben, Blitzlicht ist tabu, Handys lautlos – und gefilmt wird natürlich auch nicht.

Auch wenn wir im normalen Leben keine Tennisfans sind: Das hier macht richtig Spaß. Besonders die Doppelmatches haben es uns angetan – da geht teilweise ordentlich die Post ab.

Bis in den frühen Nachmittag hinein ist es kein Problem, spontan die Plätze zu wechseln. Es gibt genug freie Sitzplätze, vor allem auf den sonnigen Rängen. Die sind – aus völlig unerklärlichen Gründen 😅🥵 – nicht besonders begehrt.

Am Nachmittag wird es dann voller, die Schlangen vor den Arenen werden länger, und irgendwann fehlt uns auch schlicht das Sitzfleisch.

Gegen 16:00 Uhr brechen wir auf. Es ist inzwischen ziemlich heiß, und wir haben Lust auf Schatten und einen kühlen Drink.


Am Yarra River werden wir fündig: große Auswahl, schöne Aussicht, kaltes Getränk – genau das, was wir jetzt brauchen.

Anschließend geht es noch hoch aufs Skydeck. Die Aussicht ist toll, keine Frage. Leider ist fast überall Glas davor, was das Fotografieren etwas mühsam macht. Nur an einer Stelle gibt es statt Glas ein Gitter – besser als nichts, aber fotografisch auch nur so halb optimal.

Danach spazieren wir entlang der South Wharf Promenade in Richtung Victoria Harbour. Viele Restaurants, Cafés, viel Sonne – alles sehr einladend.

Am Victoria Harbour selbst dann allerdings: totale tote Hose. Keine Menschenseele. Vermutlich liegt das daran, dass die Promenade dort gerade restauriert wird – konnten wir vorher nicht wissen. Für ein Abendessen taugt das hier jedenfalls nicht.

Also kehren wir um und suchen uns an der South Wharf Promenade ein Restaurant mit Blick aufs Wasser. Heute wird italienisch gegessen: Pasta und Pizza – hatten wir schon lange nicht mehr.

Und schon wieder gibt es einen Aufschlag: diesmal sogar 15 Prozent wegen Public Holiday. Kurze Recherche bestätigt: Heute ist Australia Day. Zwei Tage hintereinander extra zahlen – na gut, so ist das eben hier.

Im Anschluss geht es zurück ins Hotel. Einmal unter die Dusche, die Füße hochlegen und den Tag gemütlich ausklingen lassen.

Vom Zimmer aus genießen wir dabei noch den Blick auf die Skyline, die im Licht des Sonnenuntergangs langsam zu leuchten beginnt – ein richtig schöner Abschluss für diesen Tag.