Australien

Hobart ganz entspannt: Markt, Meer und Botanischer Garten

Heute lassen wir den Tag bewusst ruhig angehen. In Hobart gibt es seit längerem mal wieder Frühstück in der Unterkunft – ein kleiner Luxus, den wir sehr zu schätzen wissen. Andreas startet sportlich mit einer Laufrunde durch die noch ruhigen Straßen, ich bleibe im Bett und nutze die Zeit, um am Reisebericht weiterzuschreiben. Perfekte Arbeitsteilung.

Um 8:00 Uhr sitzen wir beim Frühstück. Außer uns sind noch zwei Luxemburger Gäste da, und so wird es gleich wieder deutschsprachig am Tisch. Die beiden sind auf einem echten Speed-Trip unterwegs: ganz Tasmanien in fünf Tagen. Wir hören interessiert zu – und sind im gleichen Moment sehr froh darüber, dass wir uns deutlich mehr Zeit genommen haben.

Nach dem Frühstück machen wir uns auf den Weg zum Salamanca Market, der jeden Samstag stattfindet und zu den absoluten Klassikern in Hobart gehört.

Schon nach wenigen Metern ist klar: Hier gibt es einfach alles. Bücherstände mit Meet the Author, Handwerkskunst, Schmuck, Kleidung, Lokal Produkte, tasmanische Spezialitäten – und natürlich Essen. Sehr viel Essen.

Es duftet aus allen Richtungen: deutsche Bratwürste, südamerikanische Empanadas, asiatische Bowls, Fisch, süße Pfannkuchen, Kaffee, Eis, Lobster – eigentlich unmöglich, hier hungrig zu bleiben. Leider haben wir gerade erst gefrühstückt 😅

Sogar Glühwein wird angeboten – mitten im tasmanischen Sommer – und auch an Ständen mit Gin Tonic, Whisky & Co. mangelt es nicht. Aber dafür ist es dann doch noch etwas früh.

Zwischen den Ständen sorgen Straßenkünstler für Stimmung: Gitarrenmusik, Feuerkunst, kleine Shows – es ist lebendig, bunt und trotzdem angenehm entspannt.

Und wie das immer so ist: Je länger wir über den Markt schlendern, desto größer wird dann doch der Appetit. An einem Stand mit gegrilltem Oktopus werden wir schließlich schwach – sehr gute Entscheidung.

An vielen Ständen darf man probieren, was wir auch ausgiebig tun. Und natürlich bleibt es nicht nur beim Probieren. Irgendwann bremsen wir uns selbst ein – sonst müssten wir am Ende noch einen zusätzlichen Koffer kaufen 😅


Gegen Mittag verlassen wir den Markt und laufen am Hafen entlang Richtung Royal Tasmanian Botanical Gardens.

Auf dem Weg kommen wir am Hobart Cenotaph vorbei, dem Kriegerdenkmal der Stadt. Es wurde 1925 zu Ehren der im Ersten Weltkrieg gefallenen Bürger Hobarts errichtet und erinnert heute an alle australischen Soldatinnen und Soldaten, die im Einsatz ums Leben gekommen sind.

Die breiten Steinstufen bestehen aus lokalem Bluestone, rund 175 Millionen Jahre alt. Eine Tafel am Rand weist eindringlich darauf hin, dass Skateboards und Rollerblades hier tabu sind – ein heiliger Ort, der entsprechend respektvoll behandelt werden soll.


Entlang der Soldiers Memorial Avenue führt der Weg weiter durch eine parkähnliche Anlage. Für jeden gefallenen Soldaten wurde hier ein Baum gepflanzt, daneben jeweils eine kleine Gedenktafel mit Namen, Alter, Herkunft, Beruf und Einsatzort. Sehr still, sehr eindrucksvoll.

Von hier aus hat man außerdem einen schönen Blick auf die Tasman Bridge.

Im Botanic Garden selbst wird es dann richtig entspannt. Viel Schatten, breite Wege, zahlreiche Bänke – ein perfekter Ort, um einfach ein bisschen durchzuatmen. Zwischen alten Bäumen, gepflegten Beeten und exotischen Pflanzen entdecken wir auch einen kleinen japanischen Garten. Wir schlendern ohne Eile hindurch und genießen die Ruhe.

Gegen 14:30 Uhr machen wir uns langsam auf den Rückweg und stehen eine Stunde später wieder am Salamanca Place. Der Markt wird gerade abgebaut, aber wir ergattern noch zwei Chicken-Satay-Spieße – Glück gehabt.

Anschließend suchen wir uns eine Bar mit Blick auf den Hafen. Ich bestelle einen Cocktail, Andreas ein Bier. Und weil es so gemütlich ist, bleibt es nicht bei einer Runde.

Dazu gibt es noch einen kleinen Snack, und damit ist das Thema Abendessen für heute erledigt. Zu viele Kostproben am Vormittag – passiert uns erstaunlich selten 😉

Am frühen Abend schlendern wir gemütlich zurück zu unserem B&B und kommen gegen 18:30 Uhr an. Mit einem Glas Wein setzen wir uns noch auf die Terrasse, checken online für den morgigen Flug ein und werden ein kleines bisschen wehmütig. Tasmanien war für uns wirklich ein Volltreffer.

Später packen wir in aller Ruhe unsere Koffer zusammen. In der Gemeinschaftsarea setzen wir uns noch zu ein paar anderen Gästen, plaudern über Reisen, Lieblingsorte und kommende Pläne. Genau diese Begegnungen sind es, die solche Unterkünfte so besonders machen.

Irgendwann lösen wir die Runde auf und lassen den Abend ruhig ausklingen. Tasmanien liegt nun langsam hinter uns – aber vor uns liegen noch gute sieben Wochen Reise. Und darauf freuen wir uns mindestens genauso.