Australien

Bruny Island im Rückspiegel & ein überraschendes Hobart

Und schon wieder heißt es Abschied nehmen – heute geht es weiter nach Hobart, unserer letzten Station auf Tasmanien.

Bevor wir aufstehen, bleiben wir noch eine Weile im Bett liegen und genießen nochmal den Blick aufs Meer und auf die Pademelons, die seelenruhig über die Wiese vor unserem Bungalow ziehen. Gegen 7:00 Uhr raffen wir uns dann doch auf.

Wir packen zusammen, frühstücken die allerletzten Reste und verstauen alles im Auto. Bruny Island war ein wunderbarer Zwischenstopp – ruhig, ursprünglich, und unsere Unterkunft hier zählt definitiv zu den besten dieser Reise. Den Schlüssel legen wir wie bei der Ankunft vorgefunden wieder in die Keybox, und gegen 9:00 Uhr rollen wir los.

Allerdings nicht weit: An der Alonnah Sheepwash Bay legen wir noch einen Stopp für einen kleinen Strandspaziergang ein.

Hier treffen wir auch einen älteren Tasmanier, der uns kurzerhand anspricht – und sich im Gespräch als Fotograf, Wunderheiler und überzeugter Verschwörungstheoretiker entpuppt 😅. Eine ziemlich schräge, aber durchaus unterhaltsame Begegnung.

Er zeigt uns stolz seine Fotografien – alle noch als echte Abzüge, nichts Digitales. Ein Bild ist besonders beeindruckend: Zwei Wallabies im Ringkampf, eines schwarz, eines albino. Großartig.


Weiter geht es Richtung Norden. Am Neck halten wir noch einmal an – bei der Hinfahrt hatte uns hier Regen und graue Suppe erwartet, heute strahlt die Sonne. Der kleine Parkplatz ist voll, aber das Kommen und Gehen ist rege, und nach kurzer Wartezeit ergattern wir einen Platz.

Oben werden wir mit einem herrlichen Blick über die schmale Landzunge, die Küste und das Meer belohnt. Genau so hatten wir uns das vorgestellt.


Bevor wir Bruny Island endgültig verlassen, gönnen wir uns noch einen letzten kleinen Hike – schließlich werden wir in den nächsten Tagen viel Stadtpflaster unter den Füßen haben.

Unsere Wahl fällt auf den Cape Queen Elizabeth Track — am Anfang ein klassischer Hin- und Rückweg, später eine kleine Loop.

An der Abzweigung weist ein Schild darauf hin, dass der Küstenabschnitt des Rundwegs nur bei Niedrigwasser passierbar ist. Wir haben zwar gerade Hochwasser, trotzdem wollen wir zumindest mal schauen.

Zunächst sieht es tatsächlich so aus, als wäre wenig später Endstation. Dann entdecken wir jedoch Fußspuren und einen schmalen Pfad zwischen den Felsen. Wir folgen ihm und gelangen an einige urige Gesteinsformationen direkt am Meer.

Wir setzen uns eine Weile hin und schauen einfach nur zu. Die Wellen brechen mit enormer Kraft, donnern auf den Strand – es ist faszinierend und unglaublich beruhigend zugleich.

Schließlich können wir doch noch weiter am Wasser entlanglaufen und entdecken sogar einen kleinen Felsbogen. Als der offizielle Weg später nach links ins Landesinnere abbiegt, entscheiden wir uns spontan, einfach wieder am Strand zurückzugehen – weil es einfach sooo schön hier ist 🥰.

Ein letzter Stopp folgt direkt am Parkplatz: der Honigladen. Hier gibt es unter anderem den berühmten tasmanischen Manuka-Honig. Wir probieren uns durch verschiedene Sorten – alle sehr lecker – und nehmen ein paar Gläser als Mitbringsel mit.


Dann geht es endgültig zur Fähre. Als wir ankommen, hat gerade eine Fähre angelegt, die Warteschlange ist kurz – perfektes Timing.

Ein Ticket brauchen wir übrigens nicht vorzuzeigen: Das bei der Hinfahrt gekaufte Return-Ticket deckt beide Überfahrten ab. Sehr entspannt.


Gegen 14:30 Uhr erreichen wir Hobart und checken in unserer Unterkunft The Rivulet ein. Erst einmal wird das Auto komplett ausgeräumt – von hier aus geht es übermorgen schließlich mit dem Flugzeug weiter – und wir richten uns im Zimmer grob ein.

Um 16:00 Uhr ziehen wir los, um Hobart zu erkunden.

Wir schlendern am Hafen entlang, vorbei an der Bay, und bestaunen die vielen wunderschönen alten Häuser – alle mit fantastischem Blick aufs Wasser. Durch den Princes Park geht es weiter nach Battery Point, einem historischen Viertel mit viel Charme.

Hobart gefällt uns auf Anhieb richtig gut: alles wirkt gepflegt, sauber und entspannt. Überall gibt es Bänke zum Hinsetzen, freundliche Menschen sprechen uns an, helfen sofort weiter und versorgen uns ungefragt mit Tipps.

Ganz ehrlich: Sollten wir irgendwann einmal auswandern müssen, wäre Hobart definitiv ein heißer Kandidat.

Eine Frau empfiehlt uns unter anderem Live-Musik im Franklin Square – mehrere Bands, heute Abend. Da der Platz ohnehin auf dem Weg zu unserem reservierten Restaurant liegt, schauen wir vorbei.

Eine Bluesband spielt, die Menschen sitzen auf der Wiese, hören zu, es gibt Getränke- und Essensstände – alles wunderbar entspannt. Wir holen uns je einen Mojito und genießen die Atmosphäre, bis es Zeit wird, weiterzugehen.

Zum Abendessen haben wir im Bar Wa Izakaya reserviert – japanische Küche auf sehr hohem Niveau. Wir probieren unter anderem Wagyu, müssen aber ehrlich zugeben, dass wir vermutlich nicht feinschmeckerisch genug sind, um dessen Qualität wirklich zu würdigen. Unabhängig davon: tolles Essen, coole Location – wir sind sehr happy.

Auf dem Rückweg kommen wir noch einmal am Franklin Square vorbei. Inzwischen spielt eine andere Band, die Stimmung ist ausgelassen. Coole Omas tanzen genauso begeistert wie junge Leute – ein herrlich gemischtes Publikum und einfach eine richtig gute Energie.

Wir bleiben noch eine Weile, lassen uns treiben und genießen diesen Abend unter glücklichen Menschen.

Später gönnen wir uns auf dem Hobart Twilight Market noch einen Nachtisch von einem der Streetfood-Stände, bevor wir langsam zurück zum Hotel schlendern.

Dort wartet noch ein Absacker: Portwein für die Gäste. Zwei andere Reisende aus Adelaide gesellen sich dazu, und wir plaudern noch eine ganze Weile zusammen – ein sehr schöner Abschluss dieses Tages.