Australien

Singapur: Little India, Downtown und ein legendärer Drink

Die Nacht war ziemlich durchwachsen: Andreas hat geschlafen wie ein Baby, ich dagegen lag stundenlang wach – Jetlag in die falsche Richtung. Trotzdem sind wir um 7:00 Uhr munter und brechen eine Stunde später zu einem neuen Tag in Singapur auf.

Wir starten mit einem frisch gepressten Orangensaft aus einem der Automaten, die hier überall in der Stadt stehen. Total easy: Orangen rein, Saft raus. Für zwei SGD beginnt der Tag mit einem Lächeln.

Dann geht es zur Metro, der MRT. Alles ist sauber, übersichtlich und angenehm unkompliziert. Wir halten beim Einsteigen die Kreditkarte ans Lesegerät, beim Aussteigen nochmal – fertig. Keine Tickets, kein Stress. Die Bahnen kommen alle fünf Minuten, also fahren wir ganz entspannt mit der Downtown Line nach Little India.

Hier wollen wir im Tekka Center frühstücken und suchen den von Michelle empfohlenen Stand mit Prawn-Nudelsuppe. Leider hat dieser aber am Wochenende geschlossen. Also nehmen wir kurzerhand etwas anderes: scharfes Chicken mit Reis. Nur bezahlen können wir nicht, denn Bargeld haben wir überhaupt keins - wir sind nur auf Kreditkarte eingestellt. Aber der Verkäufer bleibt völlig entspannt und meint nur, wir sollen das Geld später vorbeibringen. Sehr nett. Wir essen erst einmal und holen uns danach am ATM Cash.

Zum Nachtisch gibt es Mango Lassi und Rambutan-Früchte. Anschließend drehen wir noch eine Runde durch den Markt und saugen die Gerüche, Farben und Eindrücke in uns auf. Im oberen Stockwerk gibt es Kleidung und Schneider, aber auch hier ist einiges geschlossen – Wochenende eben.


Wir bummeln weiter durch die Straßen von Little India und besuchen das Indian Heritage Center, ein Museum und Kulturzentrum, das sich mit der Geschichte und Kultur der indischen Gemeinschaft in Singapur beschäftigt. Eine schöne, moderne Ausstellung, die einen guten Überblick über die Wurzeln und Entwicklungen der indischen Bevölkerung hier gibt.

Danach geht es zum Sri Veeramakaliamman Tempel. Hier herrscht reges Treiben, viele Menschen sind zum Beten da, überall Bewegung. Der Tempel gilt als einer der farbenfrohsten und schönsten Hindutempel Singapurs. Er wurde 1881 erbaut und ist im opulenten südindischen Stil gestaltet. Besonders beeindruckend ist das reich verzierte Eingangstor mit seinen bunten Skulpturen von Gottheiten und mythischen Wesen. Im Inneren gibt es zahlreiche Schreine, Figuren und Details zu entdecken – sehr eindrucksvoll.

Als Nächstes schauen wir uns das House of Tan Teng Niah an. Das chinesische Herrenhaus stammt aus dem frühen 20. Jahrhundert und ist mit seiner knallbunten Fassade eines der Wahrzeichen von Little India – definitiv ein Hingucker.

Zum Abschluss unserer Little-India-Tour gönnen wir uns im Tekka Centre noch einmal einen Mango Lassi - die ist sooo lecker und ich kann einfach nicht genug davon haben.


Mit der MRT geht es zurück Richtung Downtown. Dort laufen wir eine große Runde entlang der Quays und kommen noch einmal am Merlion vorbei. Unmengen an Selfie-schießenden Touristen sind hier unterwegs und wir suchenden schnell wieder das Weite - das ist uns zu voll hier…

Auf unserer weiteren Runde kommen wir an der National Gallery Singapore vorbei, einem der sehenswertesten historischen Bauwerke der Stadt. Das Museum befindet sich in zwei eindrucksvollen Kolonialgebäuden: der ehemaligen City Hall und dem alten Supreme Court von Singapur.

Dann geht es zur Saint Andrew’s Cathedral, der größten anglikanischen Kirche Singapurs. Der schneeweiße Bau im neugotischen Stil wirkt ruhig und elegant und bildet einen schönen Kontrast zur modernen Skyline der Stadt.

Als wir später am Raffles Hotel vorbeikommen, ist klar: Hier müssen wir rein. In der berühmten Long Bar probieren wir den legendären Singapore Sling, der hier vor über 100 Jahren erfunden wurde. Ursprünglich übrigens, weil Frauen in der Öffentlichkeit keinen Alkohol trinken durften – der Cocktail sah harmlos aus, hatte es aber in sich. Das Raffles Hotel selbst ist eine absolute Legende. Seit 1887 empfängt es Gäste aus aller Welt, von Königinnen bis Popstars.

Wir müssen eine Weile anstehen, bis wir in der Long Bar einen Platz bekommen, aber wenn man schon einmal hier ist, gehört das einfach dazu. Der Preis ist zwar reinste Abzocke, aber wir haben beim Frühstück ordentlich gespart – die Tagesbilanz passt also insgesamt wieder. Außerdem gibt es Erdnüsse und einen guten Schwips gratis 😉


Unsere Runde führt weiter durch den Fort Canning Park, eine grüne Oase mitten in der Stadt.

Der Park liegt auf einem kleinen Hügel und ist historisch bedeutend – hier befand sich einst der Sitz malaiischer Herrscher.

Heute laden gepflegte Wege, Gärten und schattige Plätze zum Durchatmen ein.

Danach geht es weiter Richtung Hotel, allerdings bleiben wir noch kurz am Boat Quay hängen, um den Füßen eine Pause und der Kehle eine Erfrischung zu verschaffen.

Letzter Stopp vor dem Hotel ist der Yueh Hai Ching Tempel, der älteste Teochew-Tempel Singapurs aus dem Jahr 1855. Ein ruhiger, stimmungsvoller Ort mitten in der Stadt.


Gegen 17:00 Uhr sind wir zurück im Hotel. Erst einmal unter die Dusche – bei der schwülen Hitze absolut unerlässlich – und dann geht es für eine Runde auf das Dach in den Infinity Pool.

Eine reichliche Stunde später brechen wir noch einmal nach Chinatown auf. Der Thian Hock Keng Tempel ist leider schon geschlossen, ebenso wenig später der Buddha Tooth Relic Temple. Also beschließen wir, nur schnell etwas im Maxwell Hawker Centre zu essen und danach zu den Gardens of the Bay zu fahren. Die buddhistischen Tempel in Chinatown verschieben wir auf morgen.

In der Supertree Grove ist gerade ein Weihnachtsmarkt aufgebaut, durch den wir schlendern, bis pünktlich um 20:45 Uhr die Garden Rhapsody Licht- und Musikshow beginnt. Fünfzehn Minuten lang tanzen Licht und Musik durch die Supertrees – ein wirklich tolles Spektakel.

Danach ist die Luft bei uns aber endgültig raus für heute. Es war ein langer Tag nach einer kurzen Nacht. Mit der U-Bahn fahren wir zurück und sind gegen 22:15 Uhr wieder im Hotel.

Noch einmal schnell unter die Dusche – und dann ab ins Bett.