Australien
Bruny Island: Ankommen im Regen
Heute verlassen wir das Landesinnere Tasmaniens wieder und machen uns auf den Weg nach Bruny Island. Wir lassen es gemütlich angehen und stehen erst gegen 7:00 Uhr auf. In gut einer Stunde ist alles erledigt – Morgenhygiene, Koffer packen, frühstücken – und da die Rezeption wie so oft nicht besetzt ist, lassen wir die Schlüssel einfach da und brechen gegen 8:15 Uhr auf.
Der Himmel zeigt sich heute etwas bedeckter, und Regen ist auch gemeldet. Für einen Fahrtag ist das aber völlig in Ordnung – schauen wir mal, was draus wird.
Nach etwa 90 Minuten erreichen wir Kingston und nutzen die Gelegenheit, unsere Vorräte für die letzten vier Tage auf Tasmanien noch einmal bei Woolworths aufzufüllen. Im BWS-Store geraten wir mit dem Verkäufer ins Gespräch, der sich für unsere Route interessiert und uns direkt noch ein paar Tipps für Bruny Island mit auf den Weg gibt. Sehr sympathisch – solche Begegnungen mögen wir.
Dann geht es weiter zur Fähre. Gegen 10:30 Uhr kommen wir dort an, gerade als eine Fähre ablegt. Macht aber nichts: Die nächste fährt schon 20 Minuten später. Außerdem hat es inzwischen angefangen zu nieseln, sodass wir die kurze Wartezeit ganz entspannt im Auto verbringen. Die Überfahrt selbst ist mit etwa 15 Minuten schnell erledigt, und wir bleiben einfach sitzen, bis wir auf der anderen Seite wieder an Land rollen.
Gegen 11:30 Uhr erreichen wir den Bruny Island Neck. Hier führt eine Holztreppe hinauf zu einem Aussichtspunkt mit spektakulärem Blick auf die schmale Landverbindung und die Küsten auf beiden Seiten. Allerdings erwischen wir genau den Moment, in dem sich der Regen richtig einregnet. Wir laufen deshalb nur den Boardwalk bis zum Strand und sparen uns den Aufstieg – den heben wir uns für die Rückfahrt auf.
Im Bruny Island Neck Game Reserve lebt auch eine Kolonie von Little Penguins, die man nach Einbruch der Dämmerung beobachten kann – ähnlich wie in Stanley. Mitten am Tag ist davon natürlich nichts zu sehen.
Wir beschließen, erst einmal zu unserer Unterkunft zu fahren und zu schauen, ob wir vielleicht schon früher einchecken können. Offiziell wäre das zwar erst ab 14:00 Uhr möglich, aber da auch hier Self Check-in angesagt ist, haben wir Glück: Als wir um 12:15 Uhr ankommen, ist alles bereits vorbereitet. Der Schlüssel liegt im Key Safe, und wir sind sofort begeistert.
Ein eigener Bungalow, großzügig geschnitten, alles da, was man braucht. Dazu eine schöne Terrasse mit Blick aufs Meer und davor eine große Wiese – übersät mit Wallaby-Poop, was ziemlich eindeutig darauf hindeutet, dass wir hier abends Besuch bekommen dürften. Wir richten uns ein und erledigen all die Dinge, für die man WLAN braucht – nach zwei Tagen Funkstille ist das Starlink hier eine echte Wohltat.
Inzwischen hat der Regen nachgelassen, und so brechen wir gegen 13:30 Uhr noch einmal auf. Ziel ist die Adventure Bay, wo es ein paar kürzere Wanderwege gibt. Schon unterwegs entdecken wir unser erstes Albino-Wallaby – von denen es hier in der Gegend offenbar einige gibt.
Wir laufen den Grass Point Track bis ganz hinaus zur Spitze, von wo aus man auf Penguin Island blickt. Kaum angekommen, setzt der Regen allerdings wieder ein – erst zaghaft, dann zunehmend überzeugter. Der Wetterbericht hatte leider recht.
Den Rückweg legen wir komplett unter dem Regenschirm zurück und beschließen, dass das für heute reicht mit dem Wandern. Schließlich haben wir ein sehr hübsches Häuschen, in dem man die Zeit ebenfalls hervorragend verbringen kann.
Auf dem Rückweg bestellen wir beim Hotel Bruny zweimal Seafood Chowder mit Knoblauchbrot als Take-away und holen das Ganze direkt ab. Die Suppe ist so heiß, dass wir sie in der Unterkunft nicht einmal mehr aufwärmen müssen. Dazu ein Glas Wein – und plötzlich stört der prasselnde Regen draußen überhaupt nicht mehr.
Wir zünden den Kamin an, machen es uns gemütlich und tun genau das, was der Tag verlangt: nichts. Lesen ein bisschen, liegen auf dem Sofa, schauen den Wallabies zu, die tatsächlich mit einbrechender Dunkelheit auf der Wiese vor dem Haus auftauchen.
Irgendwann lässt der Regen nach. Hoffen wir, dass sich Bruny Island morgen von seiner sonnigeren Seite zeigt.