Australien
Mount Field: Tarn Shelf und Tiger Snake
Heute steht mal wieder eine längere Wanderung im Nationalpark auf dem Programm. Der Wecker klingelt um 6:45 Uhr, und nach der üblichen Morgenroutine sind wir kurz nach 8:00 Uhr startklar.
Die Anfahrt zum Trailhead ist spannend: sehr eng, holprig und kurvenreich – definitiv eine Strecke, auf der man sich keinen Gegenverkehr wünscht. Zumindest müssen wir uns dadurch nicht auf das Links-Fahren konzentrieren 😉
Dafür aber auf Tiere: gleich dreimal springt ein kleines Wallaby direkt vor uns über die Straße – jedes Mal gerade noch einmal gut gegangen.
Für die rund 15 Kilometer brauchen wir fast eine Dreiviertelstunde.
Am Lake-Dobson-Carpark heißt es dann: Trinkblasen füllen, Wanderschuhe schnüren, in die Walker Registration eintragen – und die Warnhinweise zu Schlangen aufmerksam lesen, von denen es hier in der Gegend wohl viele gibt.
Gegen 9:00 Uhr starten wir schließlich in Richtung Tarn Shelf.
Vom Lake Dobson aus führt der Weg zunächst stetig bergauf, hinein in einen überraschenden Wald. Obwohl wir hier auf über 1.000 Metern Höhe unterwegs sind und das Gelände eher alpinen Charakter hat, wachsen überall Palmengewächse, die man eher am Mittelmeer erwarten würde.
Ein Stück folgen wir einer breiten, etwas rustikalen Piste – im Winter offenbar Skipiste. Ein Abschnitt, den man abhaken kann: landschaftlich nicht aufregend, aber wenigstens schlangenfrei. Danach geht es vorbei an den Snow Lodges und weiter auf den Snow Gum Track.
Hinter dem Skilift öffnet sich die Landschaft, und wir erreichen die ersten Tarns: kleine, glasklare Bergseen, in denen sich Himmel und Vegetation spiegeln. Zuerst der Robert Tarn, an dem sogar ein paar Frösche quaken. Es folgen der MacKenzie Tarn, der Johnston Tarn, schließlich der Backhouse Tarn und der Walker Tarn. Spätestens jetzt wird klar, warum diese Runde „Tarn Shelf“ heißt.
Aber es kommen noch weitere: der Twisted Tarn, und gleich dahinter der Twilight Tarn.
Hier machen wir Mittagspause, genießen unsere Brote und die stille, fast greifbare Ruhe der Umgebung.
Der Rückweg führt über den Lake Webster Track langsam wieder zurück. Waldwege wechseln sich mit wurzeligen Pfaden und Boardwalks ab.
Habe ich eigentlich schon erwähnt, dass ich Boardwalks liebe? Sie schützen die Natur vor den Wanderern – und die Wanderer vor Schlangen.
Apropos Schlangen: Da kriecht plötzlich ein beeindruckendes Exemplar direkt vor unseren Füßen über den Weg. Schwarz wie die Nacht, mindestens 1,5 Meter lang – sehr wahrscheinlich eine Tiger Snake. Zum Glück interessiert sie sich nicht für uns und verschwindet rasch im Gebüsch. Puh.
Gegen 15:30 Uhr sind wir nach insgesamt sechseinhalb Stunden wieder am Parkplatz. Qualmende Socken werden aus den Schuhen befreit, dann rumpeln wir zurück zum Visitor Center.
Dort bestätigen uns die Ranger, dass unsere Sichtung tatsächlich eine Tiger Snake war. Anschließend bummeln wir noch durch den Shop und gönnen uns ein Stück Kuchen und einen Cappuccino.
Zurück in der Unterkunft heißt es Beine hochlegen und kurz entspannen.
Andreas schnürt später noch einmal die Laufschuhe und dreht eine Runde, während ich noch genug von der Wanderung habe und nach einer ausgiebigen Dusche einfach alle fünfe gerade sein lasse..
Für das Abendessen entscheiden wir uns heute für die einfache Lösung: der Food Truck auf dem Gelände liefert Cheese Burger und Pommes. Günstig, völlig ausreichend – mehr braucht es nach diesem Tag wirklich nicht.
Danach unternehmen wir noch einen kleinen Spaziergang über das Gelände und beobachten die Pademelons, die flink zwischen den Bäumen herumspringen.
Den Abend lassen wir dann entspannt ausklingen: ein bisschen chatten mit zu Hause, die Nachrichten im Fernsehen anschauen und die Beine hochlegen.
Gegen 22:00 Uhr wird das Licht ausgeknipst.