Australien
Lake St Clair auf dem Weg nach Osten
Die Tage in Strahan sind schon wieder vorbei – heute fahren wir weiter in Richtung Mount Field Nationalpark. Fast ein bisschen schade, denn Strahan hat uns wirklich gut gefallen.
Nach der üblichen Morgenroutine packen wir zusammen, checken aus und rollen gegen 8:45 Uhr los. Das herrliche Wetter von gestern setzt sich nahtlos fort: strahlender Sonnenschein, tiefblauer Himmel – besser könnte der Abschied kaum sein. Kein Wunder also, dass wir unterwegs immer wieder an Viewpoints anhalten, um die Landschaft aufzusaugen.
Hier z.B. oberhalb von Queenstown:
Die Strecke führt durch winzige Ortschaften, bei denen zwischen „Welcome to …“ und „Thanks for visiting …“ gerade einmal zwei Häuser stehen – eines davon „for sale“. Die Bürgermeisterwahl dürfte hier recht überschaubar sein 😅
Wir fahren am Lake Burbury entlang, wo es auch heute wieder tierisch wird: Eine Schlange kreuzt unseren Weg – zum Glück eine sehr kleine. Vermutlich erneut eine Tiger Snake, wenn auch im Mini-Format.
Einen kurzen Zwischenstopp legen wir an den Nelson Falls ein. Ein schmaler Pfad führt durch dichten Regenwald zu den Wasserfällen, die sich hier über rund 35 Meter in die Tiefe stürzen – eindrucksvoll, laut und erfrischend kühl.
Gegen Mittag erreichen wir den Lake St Clair. Er liegt am südlichen Ende des Cradle-Mountain-Lake-St.-Clair-Nationalparks und ist mit 166 Metern der tiefste See Australiens. Hier endet auch der berühmte Overland Track, eine sechstägige bis siebentägige Wanderung, die am Ronny Creek im Cradle-Mountain-Gebiet beginnt.
Wir legen eine längere Pause ein und machen uns auf den Frankland Beaches Walk. Der Weg ist angenehm flach und führt zunächst durch offenen Wald, dann direkt am Ufer des Sees entlang.
Besonders auffällig sind die zahlreichen umgestürzten, teils riesigen Bäume, die hier schon seit Jahrzehnten liegen. Viele wurden durch Stürme und steigende Wasserstände entwurzelt und sind geblieben, wo sie gefallen sind – ihre gewaltigen Wurzelteller ragen wie Skulpturen aus dem Boden, vom Moos überwachsen und längst Teil der Landschaft geworden.
Kein Wunder, dass einem bei diesen Bäumen hier sofort der alte Puhdys-Song einfällt: „Alt wie ein Baum…“
Unterwegs läuft uns erneut ein Echidna über den Weg. Seelenruhig bohrt er mit seiner langen Nase im Boden nach Nahrung und lässt sich von uns überhaupt nicht beeindrucken – im Gegenteil: Er kommt uns immer näher, als wären wir schlicht nicht da. Erst als wir ein paar Sätze etwas lauter miteinander sprechen, rollt er sich kurz zusammen, entspannt sich dann aber sofort wieder und setzt seine Suche fort.
Am Ende des Weges machen wir Mittagspause, essen unsere Sandwiches und genießen die Stille am See, bevor wir denselben Weg wieder zurückgehen. Und tatsächlich: Unser Echidna vom Hinweg ist immer noch da, immer noch am Schnüffeln – einfach zu drollig.
Gegen 14:30 Uhr erreichen wir wieder den Parkplatz und setzen unsere Fahrt Richtung Mount Field Nationalpark fort. Unterwegs tanken wir noch kurz und füllen im IGA in Ouse die Vorräte auf, bevor wir gegen 17:00 Uhr bei den Russell Falls Cottages ankommen.
Die Rezeption ist nicht mehr besetzt, aber wir haben zum Glück vorab eine E-Mail mit allen Infos bekommen, wie wir in unser Apartment gelangen. Gut so – denn hier gibt es weder Internet noch jemanden am Telefon. Ohne die Mail wären wir ziemlich aufgeschmissen gewesen.
Wir richten uns ein, werfen eine Ladung Wäsche an und planen schon mal die Wanderung für morgen. Danach landen ein paar Würste auf dem Grill, dazu holen wir uns vom Food Truck auf dem Gelände eine ordentliche Portion Pommes. Gegessen wird auf der Terrasse vor dem Häuschen, direkt neben dem leise plätschernden Tyenna River – ziemlich gemütlich.
Viel passiert abends nicht mehr: Wir lesen noch ein wenig und machen gegen 22:00 Uhr das Licht aus.