Australien
Zwischen Wildnis, Dünen und Niemandsland – unterwegs nach Strahan
Bevor wir den Cradle Mountain Nationalpark heute endgültig verlassen, steht am Vormittag noch eine letzte, kürzere Wanderung auf dem Programm. Wir stehen früh auf, frühstücken die allerletzten Reste und packen anschließend die Koffer. Gegen 7:45 Uhr brechen wir auf.
Die Rezeption unserer Unterkunft hat noch geschlossen – die Öffnungszeiten sind wirklich nicht besonders wanderfreundlich – also wandern die Schlüssel kurzerhand in die Drop-Box. Falls nötig, können wir beim Verlassen des Parks ja noch einmal vorbeifahren.
Am Visitor Center müssen wir kurz warten, denn der erste Shuttle startet erst um 8:10 Uhr. Heute fahren wir nur bis zur Ranger Station, und machen uns von dort auf den Weg zum Cradle Valley Boardwalk.
Schon auf den ersten paar hundert Metern begegnen uns mehrere Wallabies, die gemütlich durch das Gras stapfen oder am Wegesrand vor sich hin mümmeln. Dazu ist es noch ziemlich kalt – so früh am Morgen merkt man, dass wir hier mitten im Hochland sind.
Zunächst laufen wir entspannt in der Morgensonne über die hölzernen Boardwalks durch das Cradle Valley – angenehm, ruhig und richtig schön. Bis zur Abzweigung des Dove Canyon Track geht es locker dahin, dann verschwindet der Weg mehr und mehr im Wald.
Er führt dann über Wurzeln und Baumstümpfe, durch Geröll und auch über steilere Passagen. Auch ein paar kleine Kraxeleinlagen fehlen nicht – ohne dass es unangenehm wird.
Danach wird es wieder ganz gemütlich: Boardwalks und Waldwege wechseln sich ab, immer wieder hüpfen Wallabies durchs Unterholz oder kreuzen kurz den Weg.
Kurz vor Ende der Runde kommen wir an den Knyvet Falls vorbei – ein hübscher kleiner Wasserfall, perfekt für eine kurze Pause. Hier treffen wir tatsächlich zum ersten Mal auf andere Wanderer. Der Weg wird offenbar nicht so oft begangen, wie die Highlights tiefer im Park.
Zum Abschluss warten noch die Pencil Pine Falls, bevor wir wieder zurück in Richtung Ranger Station laufen. Eine wirklich schöne, abwechslungsreiche Runde – kurz, aber alles andere als langweilig.
Zurück an der Ranger Station drehen wir noch eine schnelle Runde durch den Cradle Mountain Shop, bevor wir mit dem nächsten Shuttle wieder zum Parkplatz fahren. Danach schauen wir noch kurz bei der nun geöffneten Rezeption unserer Unterkunft vorbei und vermeiden so, dass dort später noch Fragen offenbleiben.
Gegen 11:30 Uhr verlassen wir den Nationalpark endgültig und machen uns auf den Weg nach Strahan.
Die Fahrt führt ewig durch völlige Pampa: kein Empfang, keine Ortschaften, gefühlt endloser Wald. Hier möchte man wirklich nicht mit dem Auto liegen bleiben. Neu und etwas irritierend: Die Straßenschilder geben Entfernungen nicht in Kilometern, sondern in Minuten an.
Kurz vor Strahan tauchen dann die Henty Dunes auf – ein untrügliches Zeichen dafür, dass wir uns dem Meer nähern. Natürlich müssen wir da noch hinauf.
Im Vergleich zu Big Daddy ist das ja ein Kinderspiel … na ja, fast 😉. Damals waren wir auch noch ein paar Jahre jünger. Der Blick von oben aufs Meer lohnt sich auf jeden Fall.
In Strahan angekommen, heißt es erst einmal Vorräte auffüllen. Im Cradle Mountain Park haben wir wirklich alles bis auf den letzten Krümel aufgebraucht. Also zuerst in den IGA, dann noch in den Bottle Shop – Prioritäten müssen sein. Mit frisch gefüllter Kühltasche erreichen wir gegen 14:30 Uhr unsere neue Unterkunft: The Crays Accommodation.
Wir bekommen ein kleines Häuschen ganz für uns allein – sehr großzügig geschnitten mit zwei Schlafzimmern, großer Küche, Wohnzimmer und vor allem einer schönen Terrasse. Einkäufe schnell verstaut, dann folgt erst einmal ein längeres Telefonat mit Christian.
Gegen 16:00 Uhr brechen wir zu einem ersten Erkundungsspaziergang durch Strahan auf. Am Hafen holen wir bei World Heritage Cruises schon einmal unsere Bordkarten für die morgige Gordon-River-Cruise ab und schlendern anschließend noch ein Stück am Wasser entlang. Der Ort ist wirklich nett – und wieder fällt uns auf, wie viele Häuser hier „for sale“ sind.
Auf dem Rückweg kommen wir am Richard Davey Amphitheatre vorbei. Draußen steht eine lange Schlange, und uns fällt wieder ein, dass uns vor ein paar Tagen eine Britin ganz begeistert von dem Theaterstück The Ship That Never Was hier in Strahan erzählt hat. Sie meinte das war so lustig, dass sie sich vor Lachen fast in die Hose gepinkelt hätte 😅.
Für heute ist es ausverkauft, aber wir ändern spontan unseren Plan für morgen und reservieren Tickets für den nächsten Nachmittag. Mal etwas ganz anderes.
Gegen 18:00 Uhr sind wir zurück in unserem Häuschen, chillen eine Runde und werfen eine Stunde später den Grill an. Es gibt Cheeseburger mit Coleslaw – trifft heute ziemlich genau unseren Geschmack.
Danach sitzen wir noch eine Weile auf der Terrasse, schauen ein bisschen Nachrichten und verabschieden uns schließlich ins Bett.