Australien
Türkis, Lila und ein langer Fahrtag
Heute klingelt der Wecker wieder etwas früher, denn wir haben eine längere Fahrt nach Port Sorell vor uns. Um 6:30 Uhr ist die Nacht vorbei, dann folgt das eingespielte Morgenprogramm: duschen, frühstücken, packen, Auto einräumen.
Auschecken im klassischen Sinn entfällt heute – wir ziehen einfach die Tür hinter uns zu und sind wieder unterwegs.
Kurz vor 8:00 Uhr rollen wir los. Die Sonne ist zurück, dafür bläst ein kräftiger Wind. Auf der Straße liegen viele abgebrochene Äste, offenbar muss es in der Nacht noch deutlich stürmischer gewesen sein. Wir fahren entsprechend vorsichtig und lassen es ruhig angehen.
Mit jedem Kilometer entfernen wir uns weiter von der Küste und tauchen tiefer ins Landesinnere ein. Die Landschaft wird spürbar grüner, dichter, üppiger. Teilweise fühlt es sich an, als würden wir mitten durch den Dschungel fahren – sattes Grün, hohe Bäume, dichtes Unterholz.
Gegen 9:30 Uhr erreichen wir unseren ersten Zwischenstopp: den Little Blue Lake. Der kleine, intensiv türkisfarbene See liegt still und fast unwirklich schön in der Sonne. Als wir ankommen, sind wir ganz alleine hier – keine Menschenseele, nur Wind, Wasser und diese besondere Farbe.
Von hier aus machen wir uns noch auf den Weg zum Cubed Rock.
Der Wanderweg führt größtenteils durch dichtes, regenwaldartiges Busch- und Waldgebiet. Es sieht eigentlich perfekt nach Wildlife aus – wir halten ständig Ausschau nach Bewegung zwischen den Bäumen – aber außer riesigen Ameisen lässt sich heute niemand blicken.
Der Pfad ist gut zu gehen, führt sanft bergauf und bietet immer wieder kurze Lichtungen, durch die Sonnenstrahlen fallen. Das Wetter bleibt wechselhaft: mal ein paar Tropfen, dann wieder Sonne, dazu der anhaltende Wind.
Oben auf dem Plateau wird es dann richtig stürmisch. Wir müssen uns stellenweise ordentlich gegen den Wind stemmen, um nicht aus dem Gleichgewicht zu geraten.
Und dann steht er plötzlich vor uns: der Cubed Rock. Ein riesiger, fast perfekt würfelförmiger Felsblock, der aussieht, als hätte ihn jemand ganz bewusst hier abgestellt. Natürlich bekommt er genau die Aufmerksamkeit, nach der er förmlich verlangt – Fotos aus allen Richtungen inklusive.
Danach geht es auf gleichem Weg wieder zurück zum Parkplatz.
Gegen 12:00 Uhr sitzen wir wieder im Auto und setzen unsere Fahrt fort.
Etwa eine Stunde später legen wir den nächsten Stopp ein – an der Bridestowe Lavender Farm. Der Eintritt von 20 AUD pro Person ist nicht ganz ohne, aber die Sonne scheint gerade, wir wollen die lange Strecke sowieso etwas unterbrechen, und so entscheiden wir uns spontan dafür.
Schon von weitem leuchten die Felder in sattem Lila. Wir schlendern zwischen den Lavendelreihen hindurch, genießen die Farben – und vor allem den intensiven Duft. Wunderschön 🥰
Allerdings sind wir hier nicht alleine: Es ist deutlich mehr los als am Morgen am See. Trotzdem nehmen wir uns Zeit, probieren ein Lavendeleis und stöbern anschließend durch den Souvenirshop, in dem es wirklich alles aus Lavendel gibt – von Seifen über Tee bis zu Raumdüften, Kerzen und Badesalz.
Gegen 14:00 Uhr fahren wir weiter Richtung Port Sorell. Bei Sidmouth überqueren wir die Batman Bridge, die den Tamar River überspannt - ein eindrucksvolles Bauwerk.
Um 16:00 Uhr checken wir im Tranquilles Bed & Breakfast ein. Martin empfängt uns herzlich, zeigt uns alles und gibt uns gleich noch ein paar Tipps für die Umgebung. Mal sehen, was wir davon in den nächsten Tagen noch unterbringen können.
Unser Zimmer ist nett, aber ziemlich klein – vor allem das Bett. Da rücken wir heute Nacht wohl etwas enger zusammen 😉
Um 16:30 Uhr machen wir uns noch auf zu einem Spaziergang zum Port Sorell Jetty. Rund 90 Minuten bewegen wir noch einmal die Beine, lassen den Blick übers Wasser schweifen und kommen langsam im neuen Ort an.
Da Restaurants in Port Sorell eher Mangelware sind, haben wir gern das Dinner-Angebot des B&B angenommen und für 18:30 Uhr Essen bestellt. Für Andreas gibt es ein Open Steak Sandwich, für mich Baked Fish mit Herb and Nut Crumb. Beides ist richtig lecker, sodass schnell klar ist: Morgen Abend essen wir hier nochmal.
Später sitzen wir noch eine Weile über unserer Planung für die kommenden Tage, versuchen die Tipps unseres Gastgebers sinnvoll einzubauen, und lassen den Abend schließlich gemütlich im großen Wohnzimmer bei einem Glas Portwein ausklingen.
Ein langer, abwechslungsreicher Reisetag – mit Sonne, Wind, Regen, Lavendelduft und ganz viel Grün.