Australien

Bay of Fires: Weißer Sand, rote Felsen und grauer Himmel

Auch heute steht kein straffer Plan auf dem Programm. Die Idee ist denkbar einfach: an der Bay of Fires entlangwandern, solange Lust und Laune reichen. Entsprechend entspannt starten wir in den Tag, schlafen bis 8:00 Uhr und frühstücken gemütlich im Garten vor den Apartments. Erst gegen 9:00 Uhr machen wir uns auf den Weg.

Das Wetter zeigt sich ähnlich wie am Vortag: bedeckter Himmel, ab und zu ein feiner Nieselregen. Noch ist da Luft nach oben – aber der Tag ist ja lang.

Nach etwa 15 Minuten Fahrt erreichen wir den Parkplatz bei Binalong Bay. Von hier starten wir zunächst die Runde Richtung Skeleton Point. Der Weg führt durch niedrige, windgeformte Küstenvegetation – kein Wald im klassischen Sinne, eher Buschland mit vereinzelten, knorrigen Bäumen – und immer wieder gibt es kleine Abzweige hinunter zur Küste.

Bei einem dieser Abstecher entdecken wir einen schwarzen Kormoran, der regungslos auf den Felsen sitzt. Später, am Skeleton Point selbst, sehen wir weitere Kormorane, diesmal schwarz-weiß gefärbt, die sich in einer kleinen Gruppe aufhalten. Und als wäre das noch nicht genug, thront in der Ferne auf einem Baum ein Seeadler und behält die Küste im Blick (auch wenn er für ein Foto eigentlich viel zu weit entfernt ist 😉).

Wir gehen den gleichen Weg wieder zurück…

… passieren erneut das Auto und laufen anschließend direkt an der Binalong Bay entlang.

Der Strand ist traumhaft: heller, fast weißer Sand und türkisfarbenes, glasklares Wasser. Auch wenn das Wetter alles andere als perfekt ist, sind wir nicht allein – ein bisschen Betrieb herrscht dennoch.

Wir schlendern am Strand entlang, lassen uns Zeit und genießen das Zusammenspiel aus Wellen, Farben und Weite.

Als es wieder leicht zu nieseln beginnt, holen wir kurzerhand die Schirme hervor, setzen uns einfach in den Sand und bleiben dort eine ganze Weile mit Blick auf das Meer sitzen. Trotz Nieselregen hat die Bay of Fires in diesem Moment ihren Reiz.

Anschließend laufen wir weiter bis zum Jeanneret Beach, wo wir unsere Mittagspause einlegen und die Brote aus dem Rucksack essen.

Der Rückweg führt diesmal nicht über den Strand, sondern über den parallel verlaufenden Coastal Walk. Von hier aus sehen – und hören – wir das Meer weiterhin, müssen aber nicht mehr durch den Sand stapfen. Der Weg verläuft zwischen der Küste und der ruhig daliegenden Grants Lagoon und hat seinen ganz eigenen Reiz.

Zurück in Binalong Bay machen wir noch einen Stopp im „The Hub – Seaside“ und probieren das mehrfach ausgezeichnete tasmanische Eis, das hier groß beworben wird. Während wir schlecken, reden wir uns das Wetter ein bisschen schön 😅 – vielleicht lässt sich die Sonne ja doch noch hervorlocken. Stattdessen beginnt es erneut leicht zu nieseln.

Da es nur noch wenige Meter bis zum Auto sind, stört uns das kaum. Gegen 14:45 Uhr erreichen wir den Parkplatz. Der Tag ist noch jung, also beschließen wir, ein Stück weiter nach Norden zu fahren – zu The Gardens. Auch wenn das Wetter heute nicht ideal ist, wissen wir nicht, ob sich diese Gelegenheit noch einmal ergibt.

Am Parkplatz angekommen, hat sich der Nieselregen allerdings in ernsthaftere Feuchtigkeit verwandelt, und mich überkommt plötzlich eine ziemliche Müdigkeit. Andreas ist gnädig und gönnt mir eine halbe Stunde Powernap 😴.

Danach drehen wir noch eine kurze Runde zu den Viewpoints, doch die Kombination aus Regen und recht vielen Menschen lässt keine rechte Stimmung aufkommen.

Für morgen ist Sonne angekündigt – also brechen wir schließlich wieder auf und lassen den Tag langsam in den gemütlichen Teil übergehen.

Gegen 17:00 Uhr sind wir zurück in der Unterkunft. Erst einmal kümmern wir uns um ein paar organisatorische Dinge: Die Fährzeiten für Kangaroo Island haben sich geändert, eine Unterkunft muss umgebucht werden – nichts Dramatisches, aber eben Dinge, die erledigt werden wollen.

So vergeht die Zeit schneller als gedacht, und gegen 19:00 Uhr schmeißen wir den Grill an. Heute gibt es deftige Steaks, dazu einen Salat, ein paar leckere Dips und frisches Brot – genau richtig nach diesem eher grauen, aber dennoch schönen Tag an der Küste.

Den Abend lassen wir ruhig ausklingen: ein bisschen mit Zuhause chatten, noch etwas fernsehen und dann das Licht ausknipsen.