Australien
Tasman Nationalpark: Klippen und Buchten
Auch heute zieht es uns wieder in den Tasman National Park. Nach dem bewährten Frühstück mit Granola, Joghurt und frischem Obst brechen wir gegen 8:00 Uhr auf. Der Plan: noch einmal wandern – und gleich zwei sehr unterschiedliche Ecken des Parks kennenlernen.
Unser erster Stopp ist die Remarkable Cave. Von oben wirkt sie eher unspektakulär. Erst wenn man weiß, dass sich tief unten zwei Öffnungen im Fels verbergen, durch die das Meer in die Höhle drückt, bekommt der Ort seine eigentliche Bedeutung. Besonders eindrucksvoll soll das Schauspiel bei starkem Seegang sein. Heute ist das Meer jedoch vergleichsweise ruhig.
Am gleichen Parkplatz startet auch unsere Wanderung Richtung Crescent Bay und Mount Brown. Der Weg führt zunächst sanft auf und ab durch offene Küstenlandschaft.
Bald erreichen wir das Maingon Blowhole – eine Felsspalte, durch die bei Sturm gewaltige Wasserfontänen furios in die Höhe schießen sollen. Heute bleibt es bei einem leisen Gurgeln. Zahm wirkt das Blowhole trotzdem nicht: Die zerklüfteten Felsen und das tosende Meer lassen gut erahnen, welche Kräfte hier bei schlechtem Wetter wirken.
Der Pfad zieht sich weiter durch niedriges Küstenheide- und Buschland, immer wieder mit Blick auf die tiefblaue See. Hin und wieder raschelt es im Unterholz – wir erhaschen kurze Blicke auf Wallabies, die jedoch genauso schnell wieder verschwinden, wie sie aufgetaucht sind.
An der Weggabelung oberhalb der Crescent Bay genießen wir zunächst den Blick auf die geschwungene Bucht…
… biegen dann aber rechts ab und steigen zum Mount Brown hinauf.
Der Anstieg ist kurz, aber steil, und wir folgen den Steinhaufen, die den Weg markieren. Oben, am trigonometrischen Punkt, werden wir mit einer großartigen Rundumsicht belohnt: Steilküste, Buchten, offenes Meer – ein Panorama, das jede Anstrengung wettmacht.
Und das ganze nur für uns, denn es ist keine Menschenseele weit und breit: Keine Stimmen, keine Schritte – nur wir, der Wind und das Meer. Blauer Himmel hätte es perfekter gemacht, aber auch so ist der Moment besonders.
Zurück auf dem Hauptweg steigen wir hinab zur Crescent Bay, bleiben eine Weile am Strand, verewigen uns im Sand und genießen die Ruhe.
Der Rückweg führt über die gleiche Strecke, doch diesmal begegnen wir im Gegensatz zum Hinweg ein paar anderen Wanderern.
Kurz vor dem Parkplatz legen wir am Maingon Lookout unsere Mittagspause ein und essen unsere Sandwiches mit Aussicht – eine deutlich schönere Alternative, als das am Parkplatz ohne Sitzgelegenheiten zu tun.
Auf dem letzten Abschnitt wird es dann noch einmal überraschend lebendig:
Zuerst schwirren uns plötzlich ganze Schwärme metallisch grün glänzender Käfer um den Kopf. Wahrscheinlich handelt es sich um einheimische Blatt- oder Rosenkäferarten, die hier manchmal massenhaft auftreten.
Kurz darauf entdecken wir eine große Echse am Wegesrand – ein Blauzungenskink, auch wenn er uns seine namensgebende Zunge leider nicht zeigt.
Und zu guter Letzt hüpft uns noch ein Wallaby über den Weg. Ein ziemlich passender Abschluss für diese Wanderung.
Gegen 12:00 Uhr erreichen wir den mittlerweile gut gefüllten Parkplatz und machen uns direkt auf den Weg zur Ostseite der Halbinsel. Ziel ist die Fortescue Bay, ein weiterer Teil des Nationalparks. Nach etwa 45 Minuten Fahrt – inklusive Gravel Road – kommen wir am Campground an und brauchen etwas Geduld, bis wir einen Parkplatz finden.
Als wir das irgendwann geschafft haben, starten wir gegen 13:00 Uhr zur nächsten Wanderung: Cape Hauy. Nach Eintrag ins Wander-Register und gründlichem Schuhreinigen geht es los.
Der Weg ist deutlich stärker frequentiert als unsere Vormittagstour – was sich schon am Parkplatz angekündigt hatte. Zudem fordert er mit seinen vielen Auf- und Abstiegen mehr Kondition.
Dafür spielt nun auch das Wetter mit: klare Sicht, frische Luft und spektakuläre Ausblicke auf die zerklüftete Küste.
Oben am Cape beobachten wir fasziniert eine Gruppe von Slacklinern, die zwischen den Felsen balancieren – schwindelerregend und beeindruckend zugleich.
Nachdem wir oben eine längere Pause gemacht haben, treten wir den Rückweg an, wieder über dieselbe Strecke.
Irgendwann ist auch der letzte Anstieg geschafft und nach insgesamt knapp fünf Stunden sind wir zurück am Auto.
Gegen 18:15 Uhr sind wir nach einem langen Tag im Tasman National Park wieder zurück an unserer Unterkunft. Müde Beine, salzige Luft in der Nase – und ziemlich zufrieden.
Nach einer heißen Dusche ist schnell klar: heute Abend braucht es nicht mehr als den Outdoor-Gasgrill vor dem Haus. Es gibt Lammbratwürste, Cole Slaw, ein paar Dips und frisches Brot – simpel, aber genau das Richtige nach diesem langen Wandertag.
Nach dem Essen sitzen wir dann noch eine ganze Weile draußen, erledigen Papierkram und lassen den Tag langsam ausklingen.
Sobald die Sonne weg ist, merkt man allerdings, wie schnell es hier abends abkühlt – also schlüpfen wir in warme Sachen und rücken ein wenig näher zusammen.
Gegen 22:00 Uhr knipsen wir schließlich das Licht aus. Ein langer, intensiver Tag im Tasman National Park liegt hinter uns – und morgen wartet schon das nächste Abenteuer.